Erster Auftritt von Wissenschaftsministerin Beatrix Karl im Parlament
Die Politik werde an einem neuen Konzept zum Hochschulzugang arbeiten müssen, um dem Problem Massenuniversität zu begegnen. Das betonte die neue Wissenschaftsministerin Beatrix Karl bei ihrem ersten Auftritt im Nationalrat. Ein "fertiges Menü" könne sie allerdings noch nicht bieten, meinte sie und sagte zu, einen Weg des Dialogs führen zu wollen. Zum Thema Studiengebühren merkte die Ministerin an, diese hätten sich ihrer Meinung nach bewährt, sie wisse aber, dass sie für eine Wiedereinführung keine Mehrheit im Parlament habe. Generell hob Karl die Bedeutung von Bildung hervor.
Die Reaktion der Abgeordneten fiel unterschiedlich aus. Während ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf der neuen Ministerin ideale Voraussetzungen für das Amt konzedierte und BZÖ-Chef Josef Bucher ankündigte, Karl bei der Wiedereinführung der Studiengebühren unterstützen zu wollen, zeigte sich Grünen-Chefin Eva Glawischnig-Piesczek von deren ersten Auftritten enttäuscht. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sprach von einem schweren Erbe, das Karl anzutreten habe, und warf ihrem Vorgänger Johannes Hahn vor, ein "Chaos" hinterlassen zu haben. Von Seiten der Regierung wiesen Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Josef Pröll auf die "nicht zu knapp gesäten" Herausforderungen im Universitätsbereich hin, wobei sich Faymann dezidiert gegen Studiengebühren und Knock-Out-Prüfungen wandte. SPÖ-Klubobmann Josef Cap äußerte die Hoffnung, Karl in dieser Frage umstimmen zu können.
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