Nationalrat, XXI.GP Stenographisches Protokoll 51. Sitzung / Seite 115

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Österreich einfach zu wenig Beschäftigung für qualifizierte Forscher und Wissenschafter hatten. Jetzt, so glaube ich, muss es unsere Aufgabe sein, den einen oder anderen wieder nach Österreich zurückzuholen und für uns in Österreich einzusetzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)

Selbstverständlich sind in engem Zusammenhang damit umfassende internationale Forschungsprojekte zu sehen, die wir auch nach Österreich bekommen müssen. Eine große Chance für Österreich ist das Projekt "Austron", bei dem wir sicherlich einen Meilenstein im Bereich der internationalen Forschung und für den Standort Österreich setzen könnten. Ich darf an dieser Stelle anmerken, dass sich vor allem Niederösterreich als Standort sehr gut eignen würde, insbesondere Wiener Neustadt auf Grund der räumlichen Nähe zum Forschungszentrum Seibersdorf.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie sehen also, nur mit solchen Konzepten, mit solchen Strategien wird es uns gelingen, der Technologiestandort zu werden. Ich darf der neuen Frau Ministerin für ihre Aufgabe alles Gute und viel Erfolg wünschen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)

18.43

Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Binder.  Bitte.

18.43

Abgeordnete Gabriele Binder (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Frau Ministerin! Sie haben als einen Ihrer Arbeitsschwerpunkte die Verkehrssicherheit genannt. Ich begrüße dies sehr, und wir werden Sie diesbezüglich auch unterstützen. Ich denke, es ist unbedingt notwendig, ein nationales Verkehrssicherheitsprogramm auf die Beine zu stellen, das vor allen Dingen auf fundierten Daten und wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht.

Warum ist das so wichtig und notwendig?  Ich möchte Ihnen einige Daten und Zahlen des Jahres 1999 näher bringen. Eine Unfallstatistik des Kuratoriums für Verkehrssicherheit weist aus: Beinahe zwei Drittel aller Unfälle mit Personenschaden ereignen sich im Ortsgebiet. Rund 60 Prozent aller Verletzten werden im Ortsgebiet registriert. Vor allen Dingen die schwächsten Verkehrsteilnehmer, nämlich Fußgänger und Radfahrer, sind häufig die Leidtragenden. 30 Prozent aller Verletzten und 25 Prozent aller Getöteten im Straßenverkehr gehören der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen an. Verglichen mit dem Anteil von 12 Prozent an der österreichischen Bevölkerung, wird das erhöhte Unfallrisiko dieser Altersgruppe deutlich erkennbar.

In der Gruppe der Fußgänger sind sowohl Kinder als auch ältere Menschen besonders gefährdet. Im Jahre 1999 verunglückten insgesamt 4 323 Kinder im Straßenverkehr, davon 611 auf dem Schulweg; 37 Kinder wurden dabei getötet. Mit dem selbständigen Eintreten in das Verkehrsgeschehen als Schulkind erreicht die Zahl der verunglückten Kinder im 6. Lebensjahr einen ersten Spitzenwert, ab dem 10. bis 12. Lebensjahr mit dem Einstieg als Radfahrer in das Verkehrsgeschehen wird diese Rate weiter ansteigen.

Zum Thema "Disco-Unfälle". Insgesamt wurden 1999 von der Exekutive 423 Unfälle als Disco-Unfälle klassifiziert, dabei  also auf der Fahrt von oder zu einer Disco  kamen 45 Menschen ums Leben. Deshalb ist zum Beispiel im öffentlichen Verkehr die Einrichtung von Nachtbussen unbedingt notwendig.

Zum Vergleich in Bezug auf das Transportrisiko: Stellt man die Anzahl verunglückter Zuginsassen der Zahl der im Straßenverkehr Verunglückten gegenüber, so ergibt sich für den Verkehrsträger Straße ein eindeutig höheres Transportrisiko als für Bahnreisende.

Bei der Betrachtung der gewonnenen Ergebnisse fällt auf, dass Österreich in praktisch allen Vergleichen schlecht abschneidet und fast immer im unrühmlichen Spitzenfeld zu finden ist. So liegt zum Beispiel das mittlere Unfallrisiko der Bevölkerung in Österreich mit zirka 4 900 Unfällen pro 1 Million Einwohner deutlich höher als in fast allen anderen europäischen Staaten. Ich meine, diese Fakten und Daten sprechen eine klare Sprache. Die Gefahrenquellen und Unfallursachen sind vielfältig und umfangreich. Deshalb ist es auch notwendig, ein Verkehrsstatistikunfall


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