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Parlament allgemein/Medien
Parlamentskorrespondenz/06/28.01.2010/Nr. 46

30 Jahre Hohes Haus

Ein Fernseh-Magazin feiert Geburtstag


Wien (PK) – Quod non est in actis non est in mundo, hieß es in früheren Zeiten: "In der Welt" ist nur, was schriftlich, in einem Akt, festgehalten ist. Die Zeiten ändern sich, und heute meinen manche, dass nicht in der Welt ist, was nicht in den Medien (einschließlich Google) ist. So haben auch Parlament und Parlamentarismus ihren Weg in die Medien genommen, auch in die selbstbewusstesten Medien wie den ORF, der heute im Parlament ein besonders Jubiläum feierte: 30 Jahre Hohes Haus. Nun gibt es das "Hohe Haus", wie das Parlament traditionell bezeichnet wird, nicht erst seit dem Jahr 1980, sondern ein rundes Jahrhundert länger; aber gemeint war ja auch nicht das Parlament, sondern die ORF-Sendung "Hohes Haus". Doch selbst in der überblickbaren Zeit von drei Jahrzehnten waren beide vielfältigen Veränderungen unterworfen, das Hohe Haus und die gleichnamige Sendung des ORF, wie Nationalratspräsidentin Barbara Prammer bei der Feier im Empfangsalon des Parlaments sagte.


Die Präsidentin konnte ein ebenso zahlreiches wie prominentes Publikum begrüßen. Neben VertreterInnen der Medien und MandatarInnen waren Dritter Präsident Martin Graf, Bundesratspräsident Peter Mitterer und die Klubobleute Josef Cap (S), Eva Glawischnig-Piesczek (G) und Josef Bucher (B) gekommen. Die Sendung "Hohes Haus" habe neben vielen Veränderungen aber auch Kontinuität aufzuweisen, meinte Prammer, und illustrierte das an zwei Beispielen: Thema der 1. Sendung sei die Gesamtschule gewesen, das erste Porträt eines Parlamentariers habe Heinz Fischer gegolten. Auch wenn sich PolitikerInnen nicht über jede Berichterstattung freuten, sei es doch Konsens, dass eine funktionierende Demokratie und der Parlamentarismus seriöse Berichterstattung brauchten. "Wir haben uns aneinander gewöhnt", fasste Prammer launig zusammen.


TV-Chefredakteur Karl Amon würdigte in seiner Rede die "hervorragenden Leistungen" der Parlamentsredaktion des ORF und erinnerte an die Anfänge vor 30 Jahren. Von Franz Kreuzer, dem "Erfinder" der Sendung, mit ihrer Leitung beauftragt, habe Helmut Pfitzner eine neue Fernseh-Bildsprache entwickelt, mit der eine oft trockene Materie spannend gestaltet wurde. Amon zitierte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, der die Sendung "Hohes Haus" zu den besten Magazinsendungen des ORF zähle. Wie viele andere habe auch er, Amon, in der Parlamentsredaktion des ORF mitgearbeitet und dort das Handwerk des TV-Journalisten erlernt, sagte Amon und dankte der Redaktion für deren Arbeit.


HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung finden Sie – etwas zeitverzögert – auf der Website des Parlaments im Fotoalbum: www.parlament.gv.at