LETZTES UPDATE: 17.07.2017; 14:09

Gehen BesucherInnen entlang der Säulen bis an die Stirnseite der Säulenhalle, so finden sie sich vor dem Eingangstor zum Empfangssalon des Nationalratspräsidenten/der Nationalratspräsidentin wieder.

Ursprünglich war der Saal als Ausschusslokal vorgesehen und wurde auch als solches verwendet. Heute empfängt der Präsident/die Präsidentin des Nationalrates darin ausländische Gäste oder hält andere Veranstaltungen wie Buchpräsentationen ab.

Pompejianischer Stil prägt den "blauen Salon"

Aufgrund der Farbgestaltung im Inneren des Raumes wird dieser auch als "blauer Salon" bezeichnet. Den Wandschmuck empfand Architekt Theophil Hansen dem pompejianischen Stil nach und benutzte dafür die sogenannte Stuccolustrotechnik.

Prägend für das Gesamtbild des Empfangssalons ist auch die große Glasoberlichte. Die zahlreichen Goldverzierungen sind nicht etwa einfache Malerarbeiten, sondern bestehen aus 23-karätigem Blattgold.

Porträts der Nationalratspräsidenten schmücken die Wände

Den Empfangssalon schmücken zudem die Porträts aller Nationalratspräsidenten der Zweiten Republik. BetrachterInnen können auf den Bildern die Präsidenten Leopold Kunschak, Felix Hurdes, Leopold Figl, Alfred Maleta und Andreas Khol von der ÖVP sowie Karl Waldbrunner, Anton Benya, Leopold Gratz, Rudolf Pöder und Heinz Fischer von der SPÖ bewundern.

Interessant ist dabei, zu sehen, wie sehr sich die Porträtmalerei in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Während sich die älteren Werke noch durch besonderen Fotorealismus auszeichnen, bemühen sich die neueren Bilder, das Wesen der Menschen darzustellen.

Khol als Halbrelief, Fischer in kräftigen Farben

Für diese Entwicklung sind die Bilder der Nationalratspräsidenten Andreas Khol und Heinz Fischer gute Beispiele: Das neueste der Porträts zeigt Khol in einem Halbrelief, das der Künstler Josef Kern aus Zirbenholz angefertigt hat. Der ehemalige Präsident tritt darin in der Pose eines Redners plastisch hervor. Während seine Person in Farbe gehalten ist, ist der Hintergrund mit Weißgold gefasst.

 


 

Seinen Vorgänger Heinz Fischer malte wiederum die Künstlerin Xenia Hausner in für sie typischen, kräftigen Farben. Sie stellt Fischer als dynamischen aber besonnenen Menschen dar. Der Kontrast zum streng geometrisch gegliederten Hintergrund lässt das Bild in einem besonderen Spannungsfeld erscheinen.