LETZTES UPDATE: 17.07.2017; 14:11

Schaut man von der Ringstraße aus auf das Parlamentsgebäude, zieht der große Brunnen davor alle Blicke auf sich.

Diesen dominiert ein Standbild der griechischen Göttin Pallas Athene, der Göttin der Weisheit, der Strategie, des Kriegs und des Friedens. In ihrer rechten Hand hält sie die Siegesgöttin Nike, in der linken einen Speer – beides Insignien, die ihr oft zugeordnet werden.

Nach den ersten Plänen des Architekten Theophil Hansen war für den Monumentalbrunnen eine Statue der Austria vorgesehen gewesen, eine Versinnbildlichung Österreichs, die aber in den Planungen ab 1878 wahrscheinlich aus politischer Rücksichtnahme auf die nationalen Spannungen in der Monarchie durch Pallas Athene ersetzt wurde.

Die 5,5 Meter hohe Statue der Pallas Athene wurde erst 1902, nach dem Tod Hansens, errichtet. Der Bildhauer Carl Kundmann orientierte sich bei der Ausführung jedoch genau an den Plänen des Architekten.

Allegorische Darstellungen der "Ausübenden Gewalt" sowie der "Gesetzgebenden Gewalt" finden sich links bzw. rechts der Säule sitzend. Sie unterstreichen ein Grundprinzip rechtsstaatlicher, demokratischer Verfassungen: die Gewaltentrennung zwischen Parlament und Vollziehung. Die "Gesetzgebende Gewalt" hält eine Gesetzestafel in der Hand, die "Vollziehende Gewalt" ist mit Richtschwert und Waagschale dargestellt.

In der Mitte der großen Brunnenschale erhebt sich ein Zwischenpodest mit Personifikationen der Hauptflüsse des österreichischen Reichsteiles der Monarchie. Es sind dies Donau, Inn, Elbe und Moldau. Damit soll auf den Geltungsbereich des Parlaments, nämlich alle im Reichsrat vertretenen Königreiche und Länder, hingewiesen werden.

Vier Delphinreiter mit Flügeln komplettieren die figurale Komposition des Brunnens.