LETZTES UPDATE: 17.07.2017; 14:12
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Säulenhalle

Der Bauidee Theophil Hansens folgend, soll der lang gestreckte Zentralraum des Parlamentsgebäudes ein Ort der Begegnung sein – zur Zeit seiner Errichtung zwischen den Abgeordneten und den Mitgliedern des Herrenhauses. Heute dient die Säulenhalle als Veranstaltungsort für Empfänge und Ausstellungen. PolitikerInnen wählen sie gerne als Ort für Interviews.

Die 24 korinthischen Marmorsäulen, auf denen die Decke und das Glasdach ruhen, sind Monolithe, das heißt aus jeweils einem einzigen Marmorblock gehauen. Sie wiegen rund 16 Tonnen. Das Raumausmaß von 40 x 24 Metern entspricht etwa der Hälfte eines Fußballfeldes.

Die Marmorplatten des Fußbodens sind auf eine Betonkonstruktion aufgelegt, wodurch der darunter liegende Hohlraum nach dem System der Hypokausten-Fußbodenheizung der Antike für die Belüftung und Beheizung der Halle verwendet werden konnte.

Im oberen Bereich der marmorverkleideten Wände der Säulenhalle finden sich an den beiden Schmalseiten und daran angrenzend auf der Längsseite die Reste eines Friesgemäldes von Eduard Lebiedzki, das für Theophil Hansen die Entwicklung der Kultur mit besonderer Bezugnahme auf Österreich darstellte. Die nach der teilweisen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg noch erhaltenen und restaurierten Teile zeigen unter anderem die Bereiche Gesetzgebung und Familie.

 

Teile der Gesamtkonstruktion der Halle wurden im Zweiten Weltkrieg durch einen Bombentreffer in Mitleidenschaft gezogen. Trotz weitgehend authentischer Restaurierung ist z. B. anhand der Farbgebung und Struktur des Marmors erkennbar, dass es sich bei den beiden letzten Säulen auf der rechten hinteren Seite um Nachbildungen handelt.