LETZTES UPDATE: 17.07.2017; 14:14

Theophil Hansen hat das Palais Epstein in den Repräsentationsräumen der Beletage als Gesamtkunstwerk konzipiert, indem er nicht nur für die architektonische Gestaltung verantwortlich zeichnete, sondern auch für die Entwürfe des Mobiliars.

Die Ausstattung der an der Frontseite des Hauses gelegenen Prunkräume zeigt noch heute eine Vielfalt von Materialien und Techniken, die je nach Raum in unterschiedlicher Kombination und Farbe eingesetzt wurden. Die Oberflächengestaltung imitiert in fast spielerischer Weise unterschiedliche Materialien, insbesondere Stein bzw. Marmor oder verschiedene Holzarten.

Diesem Verfahren lag kein Spargedanke zugrunde, sondern es stellte eine besonders aufwendige Art der Ausstattung dar. Mithilfe dieses Kunstgriffs konnten Kompositionen aus Formen und Farben geschaffen werden, die auf herkömmlichem Weg, durch das Verwenden der natürlichen Materialien, oft nicht möglich gewesen wären.

Nach seinem Bankrott im Jahr 1873 war Gustav Ritter von Epstein gezwungen, das Gebäude und seine wertvolle Kunstsammlung, wie auch Teile des exquisiten Mobiliars, zu verkaufen. Viele Stücke gingen nach seinem Tod durch Erbfolge an verschiedene Familienmitglieder, und so wurde der Großteil der mobilen Bestandteile des Palais in alle Himmelsrichtungen verstreut.

Bildliche Darstellungen der vollen Ausstattung, die einen Eindruck des ursprünglichen Überflusses vermitteln könnten, sind leider nicht erhalten. Der Parlamentsdirektion gelang es allerdings, einige wenige noch im Besitz von Nachfahren der Familie Epstein befindliche Objekte zu erwerben. Diese wurden zu einer kleinen Ausstellung arrangiert, die im Rahmen einer Führung durch das Palais besichtigt werden kann.