LETZTES UPDATE: 02.06.2016; 02:15
Beruf: Schriftstellerin
Geb.: 28.01.1871, Olmütz
Gest.: 25.08.1948, Graz (Österreich)

Olga Rudel-Zeynek war von 1. Dezember 1927 bis 31. Mai 1928 Präsidentin des Bundesrats und damit weltweit die erste Frau, die an der Spitze einer gesetzgebenden Körperschaft stand. Sie entstammte einer altösterreichischen, katholisch geprägten Beamtenfamilie und wurde am 28. Jänner 1871 in Olmütz geboren. Nach Absolvierung der Bürgerschule und einer Höheren Töchterschule im Ursulinen-Kloster in Freiwaldau heiratete Olga von Zeynek 1897 den Offizier Rudolf Rudel, von dem sie sich jedoch im Mai 1918 wieder trennte.

Nach der Ausrufung der Republik und der Zuerkennung des aktiven und passiven Frauenwahlrechts engagierte sich die mittlerweile in Graz lebende Rudel-Zeynek im Wahlkampf für die Konstituierende Nationalversammlung. Im Mai 1919 zog sie in den steiermärkischen Landtag ein, 1920 wechselte sie in den Nationalrat und kämpfte bis Mai 1927, als ihr Mandat erlosch, unter anderem für die Interessen einzelner Frauenberufsgruppen, für eine bessere Mädchenbildung, für Kinder- und Jugendschutz und gegen Frauenarbeitslosigkeit und "sittliche Verwahrlosung".

1927 kandidierte Rudel-Zeynek nicht mehr für den Nationalrat, stattdessen entsandte der steiermärkische Landtag sie am 21. Mai 1927 in den Bundesrat, dessen Mitglied sie bis zu seiner Auflösung Ende April 1934 blieb. Zweimal, vom 1. Dezember 1927 bis zum 30. Mai 1928 und vom 1. Juni bis zum 30. November 1932, führte sie den Vorsitz in der Länderkammer.

Nach Ende des demokratischen Parlamentarismus verlegte sich Rudel-Zeynek verstärkt auf karitative Tätigkeiten und ging auch ihrer schriftstellerischen Tätigkeit nach.

Darstellungen