LETZTES UPDATE: 16.12.2010; 08:38
Beruf: Militär, Diplomat, Schriftsteller
Geb.: 10.12.1795, in Graz (Österreich)
Gest.: 26.10.1876, in Wien (Österreich)

Nach einer humanistischen Schulausbildung in Graz wurde Prokesch Osten 1818 Adjutant des Feldmarschall Schwarzenberg. Ab 1825 begannen seine Wanderjahre im Orient, er wird zum Diplomaten Metternichs. 1829 gelang es ihm, mit dem Pascha von Akka eine Übereinkunft zu Gunsten der Christen im Heiligen Land abzuschließen. 1830 wurde er als „Ritter von Osten“ geadelt. 1833 vermittelte er ein Friedensabkommen zwischen dem Vizekönig Muhammad Ali von Ägypten und dem Sultan Mahmud II. in Kairo; zeitlebens war er ein Brückenbauer zwischen Orient und Okzident. 1834 bis 1854 ging er als Gesandter nach Athen, 1849 bis 1852 nach Berlin. Von 1853 bis 1854 wurde er Bundespräsidialgesandter in Frankfurt; 1855 Internuntius und 1867 Botschafter in Konstantinopel. 1869 nahm er mit Kaiser Franz Joseph an der Eröffnung des Suez-Kanals teil. Bei seinem Abschied 1871 wurde Prokesch-Osten in den Grafenstand erhoben. Er war leidenschaftlicher Numismatiker und Schriftsteller. Theophil Hansen erbaute das Prokesch Palais in Graz, sowie seine Grabkapelle am St. Leonhard Friedhof in Graz.

Prokesch Osten schrieb über seinen Aufenthalt in Ägypten die vielgelesenen Erinnerungen aus Ägypten und Kleinasien, 3 Bde, Wien 1829-1831 und eine vielbeachtete Biographie über Mehmed Ali, Vizekönig von Ägypten. Aus meinem Tagbuch 1826-1841, Wien 1877. Prokesch Osten hinterließ einen umfangreichen schriftlichen Nachlaß.

Literatur:
Bertsch, Daniel, Anton Prokesch von Osten. Ein Diplomat Österreichs in Athen und an der Hohen Pforte. Beiträge zur Wahrnehmung des Orients im Europa des 19. Jahrhunderts. Diss, München 2005.
Omar, Muhammad as-Sayyid, Anton Prokesch Osten, Ein österreichischer Diplomat im Orient, Frankfurt 1993.

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