Format: 134 x 23 x 99 cm
Technik: Stahlskulptur
Künstler/in: Gsteu, Johann Georg

"Johann Georg Gsteu postulierte immer wieder ein proportionales Verhältnis zwischen Funktion, Form und Inhalt. Ein elementarer Gedanke, der ihn seit 2007 veranlasste aus vorgefertigten Quadrat-Profilen Plastiken zu entwickeln. Die Herausforderung war, Material einzusetzen, dass normalerweise im Stahlhochbau als Stützen für Hallenbauten Verwendung findet. Um den Kopf darzustellen, sind die Quadrat-Profile der Voest ein vorgegebenes Maß - die übrigen Körperteile sind nach Leonardos Körpermaßen gegliedert. Anfangs waren die Skulpturen weiblich oder männlich determiniert, inzwischen sind sie geschlechtsneutral. Ein wesentliches Moment der Plastiken ist, dass man ins Innere der Körper blicken kann, in den Kopf, in den Bauch, wodurch eine Transparenz entsteht, die bei Plastiken in der Regel nicht gegeben ist." (entnommen aus der Ausstellungsbeschreibung der Wiener Galerie Chobot, 2011) Johann Georg Gsteu wurde am 26. Juli 1927 in Hall in Tirol geboren. Nach Absolvierung der Bildhauerfachschule in Hallstatt besuchte er gem. mit Friedrich Achleitner, Wilhelm Holzbauer, Friedrich Kurrent und Hans Puchhammer die HTL für Hochbau in Salzburg. Wie die meisten seiner Klassenkollegen setzte er sein Studium von 1950-1953 bei Clemens Holzmeister an der Wiener Akademie der Bildenden Künste fort. Danach war er als freischaffender Architekt und seit 2008 als Bildhauer tätig. Von 1980 bis 1992 wurde Gsteu als Professor für Architektur und Design an die Gesamthochschule Kassel berufen. Von 2000 - 2005 war er Gastprofessor an der Universität Innsbruck. Gsteu wurden mehrere Ehrungen - u.a. das Goldene Ehrenzeichen des Landes Wien und das österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse - zuteil. Der Architekt und Künstler verstarb am 20. August 2013 in Wien. Sein Nachlass wurde vom Wiener Stadt- und Landesarchiv erschlossen. Die Skulptur "Denker/in" aus 2009/10 wurde der Margaretha Lupac-Stiftung im Rahmen einer Schenkung durch Eva Gsteu-Kirschbaum 2018 überantwortet.