LETZTES UPDATE: 20.02.2017; 14:31

Umarbeiter 4, 5; 2009
Rindsleder auf Keilrahmen
170 x 140 cm; 170 x 150 cm

„Ausstoßhäute einer Lederfabrik sind es, die Anneliese Schrenk auf einen Keilrahmen aufzieht. Die Häute weisen für die Fertigung zu viele Naturmerkmale auf. Das Format des Rahmens richtet sich nach der Größe des gefundenen Lederstücks. Eine Reihe von Zufällen organisiert hier die ästhetische Erfahrung. Denn es sind die natürlichen Fehler des Tieres und die Fehler innerhalb des Produktionsablaufs wie Farbspuren, Löcher, Risse, Schmutz, die bei Schrenk zum malerischen Vokabular werden. [...]“
„Wir fordern eine Kunst, die von allen ästhetischen Kunstgriffen frei ist... Wir entscheiden uns für die eigentliche Energie der Materie, ihren Drang zum Sein und zur Entfaltung.“ Schrenks Bilder könnte man auf den ersten Blick als Erfüllung dieses so pathetisch formulierten Auszugs aus Lucio Fontanas „Manifesto blanco“ aus dem Jahr 1946 bezeichnen. Denn scheinbar ist es nur die (bearbeitete) Materie, das im Prozess des Suchens Gefundene selbst, die das „Natürliche“ und „Wahre“ konstruieren. Anneliese Schrenk tritt dieser Forderung entgegen, indem sie die (Material-) Fehler zu den Hauptakteuren ihrer Bilder macht. Die Abweichung von der planvollen Fertigung wird als krisenhafte Differenz zum Produktionsfaktor ästhetischer Erfahrung.“
(Eva Maria Stadler)
 

Kurzbiografie und Ausstellungen

Jahr

Biografie

1974 geboren in Graz
2002-2009 Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien
 

Ausstellungen (Auswahl)

2010 „EX-HABITED“, Magazin, Wien
  „Auszug 2010“, Eva Beresin, Wien
2009 „Abschlussarbeiten 09“, Akademie der bildenden Künste Wien
  „Empfindung oder in der Nähe der Fehler liegen die Wirkungen“, Augarten Contemporary, Wien
2008 „Form“, Knöllgasse, Wien
  „Ohne Titel“, Viennabiennale, Wien
  „Schwierige Naturen“, Galerie Christine König, Wien
2007 „Open Call 2“, Plattform Quelle, Wien
  „Im Zentrum am Rand“, Weinstadtmuseum, Krems
2006 „Youbetterlet ...“, Akademie der bildenden Künste Wien
  „Korrekturen II“, FellnerWratzfeld, Wien
2005 „Hell-Dunkel“, Kupferstichkabinett, Wien
  „Spielfeld“, Kunst am Platz, Bärnbach
  „Warum alles so gut funktioniert, wo doch nichts funktioniert“, Forum Stadtpark, Graz
2004 „Plakativ-Zur Geschichte der Grazer Frauenbeauftragten“, Doku, Graz
  „mm 04“, Park, Wien
  „Druckgrafik“, Kleine Galerie, Wien
2003 „Jahresausstellung“, Akademie der bildenden Künste Wien
  „KuenstlerInnenbücher“, Kupferstichkabinett, Wien
  „Laserlinolschnitte“, Akademie der bildenden Künste Wien
2002 „EG Süd“, Semperdepot, Wien
  „Sandsteinsand“, Skulpturenpark, St. Margarethen
2001 „SpeedKills“, Retzhof, Leibnitz
  „2001“, Galerie Carnerie, Graz
2000 „Missing“, Retzhof, Leibnitz
  „Gebrochene Weiblichkeit“, Steinbruch, St. Margarethen
1999 „Emanzipation“, Steinbruch, St. Margarethen
  „1999“, Galerie Carnerie, Graz