LETZTES UPDATE: 07.09.2017; 13:52
Diese Seite als Lesezeichen hinzufügen

Einkommensbericht: Gehaltskluft zwischen Männern und Frauen ist weiter enorm

Frauen verdienen in Österreich nach wie vor deutlich weniger als Männer. Selbst wenn man Teilzeitbeschäftigte herausrechnet, bleibt eine enorme Kluft bestehen. Das zeigt der vom Rechnungshofbericht vorgelegte Einkommensbericht 2016, der kürzlich im zuständigen Ausschuss des Nationalrats diskutiert wurde. Demnach erzielten vollzeitbeschäftigte Arbeiterinnen im Jahr 2015 nur 70% des mittleren Bruttojahreseinkommens ihrer männlichen Kollegen, bei Angestellten war der Unterschied mit 67% noch größer. Lediglich im öffentlichen Dienst schaut es deutlich besser aus. SPÖ-Abgeordnete Karin Greiner sieht in diesem Sinn die Politik gefordert, ein wichtiger Schritt ist für sie der angepeilte Mindestlohn von 1.500 €.

Unterschiedlich von den Abgeordneten interpretiert werden die Langzeitstatistiken zur allgemeinen Einkommensentwicklung in Österreich. Während der Finanzsprecher der Grünen Bruno Rossmann auf deutlich sinkende Einkommen von ArbeiterInnen und stagnierende Einkommen von Angestellten in den letzten 18 Jahren verwies und auf mehr Einkommensgerechtigkeit drängte, warnten NEOS-Abgeordnete Claudia Gamon und ÖVP-Abgeordneter Johann Singer vor falschen Schlüssen. Laut Gamon ist das eigentliche Problem die zunehmende Zahl von Teilzeitbeschäftigten, die das mittlere Einkommen drückt. Deutlich besser als ArbeitnehmerInnen steigen den Statistiken zufolge übrigens PensionistInnen aus.

Bemerkenswert ist der Anstieg der Zahl der unselbständig Erwerbstätigen: Zwischen 1998 und 2015 gab es ein sattes Plus von 25,1%. Die höchsten Einkommen werden nach wie vor in der Energiebranche erzielt, am unteren Ende der Skala rangiert der Bereich Beherbergung und Gastronomie.

Im Rechnungsausschuss weiters zur Diskussion standen der Tätigkeitsbericht des Rechnungshofs 2016 und der EU-Finanzbericht 2014. Mit einem Beitrag von 2,2% zum EU-Budget und einem Anteil von 1,2% an den Zahlungen aus Brüssel rangierte Österreich 2014 an achter Stelle der EU-Nettozahler. Die Fehlerquote bei der Verwendung von EU-Mitteln in Österreich ist laut Oskar Herics vom Europäischen Rechnungshof im europäischen Vergleich niedrig, 2015 mussten aber immerhin 10 Mio. € zurückgezahlt werden.

Weitere Informationen finden Sie in den Meldungen der Parlamentskorrespondenz: