LETZTES UPDATE: 10.04.2017; 11:13
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Misshandelte Heimkinder erhalten künftig Zusatzrente von 300 Euro

Mit einem auf Initiative von Nationalratspräsidentin Doris Bures abgehaltenen Staatsakt im Parlament haben Politik und Kirche im vergangenen November ein symbolisches Zeichen zur Anerkennung der Leiden jener ehemaligen Heimkinder gesetzt, die unter staatlicher bzw. kirchlicher Obhut Opfer von Gewalt wurden. Nun folgt der "Geste der Verantwortung" ein weiterer, konkreter, Schritt. Der Sozialausschuss des Nationalrats stimmte mit breiter Mehrheit dem Vorhaben der Regierung zu, den Betroffenen ab Juli 2017 eine Rente zu gewähren. Wer in Heimen des Bundes, der Länder und der Kirche missbraucht bzw. misshandelt wurde, wird ab Erreichen des Regelpensionsalters bzw. ab Pensionsantritt eine monatliche Zahlung von 300 € erhalten. Damit solle der Einkommensnachteil, der durch staatliches Wegschauen bzw. Nichthinschauen entstanden ist, ein wenig reduziert werden, wie Sozialminister Alois Stöger im Ausschuss betonte.

Noch verhandelt wird über eine Ausdehnung des Bezieherkreises auf Pflegekinder. Zudem ist noch offen, inwieweit eine Kürzung der Mindestsicherung durch den Rentenbezug verhindert werden kann. Bei einem öffentlichen Hearing im Sozialausschuss forderten die geladenen ExpertInnen auch eine zentrale und offizielle Anlaufstelle für alle Betroffenen.

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