LETZTES UPDATE: 14.11.2016; 14:54
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Parlament begeht internationalen Holocaust-Gedenktag

Am Freitag hat das Parlament den Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust begangen. Aus diesem Anlass wird am Abend die Uraufführung der Oper "Spiegelgrund" des Linzer Komponisten Peter Androsch im historischen Sitzungssaal auf die Bühne gebracht. Während der Herrschaft des nationalsozialistischen Regimes waren in der Kinderfachabteilung der Wiener Jugendfürsorgeanstalt "Am Spiegelgrund" an die 800 Kinder und Jugendliche mit angeblichen und tatsächlichen geistigen oder körperlichen Behinderungen ermordet worden. Mit der Veranstaltung begeht das Parlament den internationalen Holocaust-Gedenktag zum zweiten Mal.

In Österreich wird zudem seit dem Jahr 1998 am 5. Mai, dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen im Jahr 1945, der Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Parlament begangen. Das von den Vereinten Nationen (UNO) im Jahr 2005 in der Resolution A/RES/60/7 als Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust festgelegte Datum ist der 27. Jänner. An diesem Tag im Jahr 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Seither erinnern jährlich an diesem Datum weltweit unzählige Staaten und auch die UNO an die nationalsozialistischen Verbrechen und gedenken der vom Regime und seinen HelferInnen Ermordeten.

Auschwitz-Birkenau: Symbol für den Holocaust

Dass die Wahl im Jahr 2005 auf den 27. Jänner fiel, ist kein Zufall. Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau steht wie kein anderer Ort für die Unmenschlichkeit der nationalsozialistischen Gewalt- und Verbrechensherrschaft und damit den Holocaust: Mehr als 1.100.000 Menschen – in ihrer großen Mehrzahl Jüdinnen und Juden – wurden in dem Lager von den NationalsozialistInnen ermordet. 2005 jährte sich die Befreiung des Lagers außerdem zum 60. Mal.

Die Resolution der Vereinten Nationen

In der Resolution A/RES/60/7 legten die Vereinten Nationen nicht nur den 27. Jänner als Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust fest, sondern forderten die Mitgliedsstaaten auch zur Einrichtung von Bildungsprogrammen auf, um der Jugend die Lehren aus dem Holocaust mitzugeben und zukünftige Völkermorde zu verhindern. Die Leugnung des Holocaust wird darin zurückgewiesen, ebenso alle Formen von Intoleranz und Gewalt gegen Personen und Gemeinschaften aufgrund ihrer ethnischen Abstammung oder ihres religiösen Glaubens verurteilt.