LETZTES UPDATE: 14.11.2016; 14:41
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Jugendparlament debattiert anonymisierte Benotung von Schularbeiten

Am Freitag, den 3. Mai 2013, schlüpften Vorarlberger SchülerInnen im Jugendparlament einen Tag lang in die Rolle von Abgeordneten. Im Zuge dessen diskutierten sie einen fiktiven Gesetzesantrag zur objektiveren Benotung von Schularbeiten. Unterstützung bei ihrer Arbeit in Klubsitzungen, im Ausschuss und im Plenum erhielten die insgesamt 82 Jugendlichen dabei von Abgeordneten mehrerer Parlamentsfraktionen sowie von Fach-ExpertInnen.

Im Mittelpunkt der Debatten der Schulklassen aus Dornbirn, Lustenau und Rankweil stand die Frage, ob die Benotung anonymisierter Arbeiten durch eine Prüfungskommission Abhilfe gegen voreingenommenen Beurteilungen leisten könne. In insgesamt vier Klubs unterschiedlicher Stärke machten sie sich daran, ihre eigene Position zum Thema festzulegen. Zu ersten Verhandlungen trafen sich die Fraktionen der "Gelben", "Weißen", "Violetten" und "Türkisen" im Anschluss zu einer Ausschusssitzung.

Demokratie lebt vom Kompromiss

Bereits dabei zeigte sich, dass das Durchsetzen der eigenen Standpunkte nicht einfach werden würde. Deshalb schärften die jungen VorarlbergerInnen in weiteren Klubsitzungen ihre Positionen und legten sich eine Verhandlungstaktik zurecht, um mögliche Mehrheiten für ihre Vorstellungen zu finden. Ein Kompromiss sollte den SchülerInnen schlussendlich auch gelingen und eine abgeänderte Version des ursprünglichen Antrags im Plenum des Jugendparlaments zur Abstimmung gelangen.

Die Plenardebatte unter der Vorsitzführung von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer bildete dann auch den Höhepunkt der Verhandlungen. Hier sprach sich eine Mehrheit der jugendlichen Abgeordneten für die Einführung anonymisierter Benotung nach einem per Gesetz festgelegten Regelwerk aus. Auch mehrere Entschließungsanträge fanden die Zustimmung der MandatarInnen des Jugendparlaments, so etwa ein Antrag zur besonderen Berücksichtigung von SchülerInnen mit Lernschwächen.

Präsidentin, Bundesratspräsident und Abgeordnete begeistert

Hoch erfreut über die Arbeit des Jugendparlaments zeigten sich sowohl Nationalratspräsidentin Barbara Prammer und Bundesratspräsident Edgar Mayer als auch die Abgeordneten Elmar Mayer (SPÖ), Christine Marek (ÖVP), Mathias Venier (FPÖ), Harald Walser (Grüne) und Christoph Hagen (Team Stronach). In ihren abschließenden Worten bedankten sie sich bei den TeilnehmerInnen und betonten, wie wichtig Kompromisse in einer Demokratie seien. Das hätten die Verhandlungen der Jugendlichen erneut gezeigt. Die Abgeordneten verliehen zudem ihrer Hoffnung Ausdruck, die SchülerInnen mögen sich auch zukünftig engagieren und vielleicht sogar einmal als "wirkliche" PolitkerInnen in das Parlament zurückkehren.

Nächstes Jugendparlament mit SchülerInnen aus Wien

Das Jugendparlament findet einmal halbjährlich statt. Zur Teilnahme sind SchülerInnen des Bundeslandes aufgerufen, das gerade den Vorsitz im Bundesrat führt. Im kommenden Halbjahr wird dies Wien sein. Die TeilnehmerInnen werden nach dem Einsenden von Beiträgen zum Thema "Demokratie" durch eine Jury ausgewählt. Genaue Informationen dazu gibt es auf der Website des Jugendparlaments.