LETZTES UPDATE: 14.11.2016; 14:48
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13. März 1915: Ärzte entdecken eine „Parlamentskrankheit“

Zwischen September 1914 und Dezember 1916 diente das Parlamentsgebäude als Militärspital zur Versorgung von Verwundeten. Während des Ersten Weltkriegs betreuten Ärzte hier insgesamt fast 1.400 verletzte Soldaten. Diese hatten vor 100 Jahren jedoch nicht nur mit ihren Verletzungen zu kämpfen. Wie die Arbeiterzeitung am 13. März 1915 berichtete, machte vielen von ihnen auch eine „Parlamentskrankheit“ zu schaffen: Die sogenannte „Parlamentsgrippe“.

In dem Artikel klagt die Zeitung über „die schlechte Luft und die verschiedenen Temperaturen, die in den einzelnen Räumlichkeiten herrschen“. Diese Umständen führten bei Abgeordneten, Journalisten und Beamten des Hauses zu einer Reihe von Krankheitserscheinungen: „Kopfschmerzen, Halsentzündungen, Verkühlungen, Influenza, Grippe und Rheumatismus“ seien an der Tagesordnung.

Diese Symptome traten laut Arbeiterzeitung auch bei den „im Parlamentsgebäude untergebrachten, verwundeten Kriegern“ auf. Primararzt Dr. Pal stellte deshalb eine „Parlamentsgrippe“ fest. Die Ursache dafür dürfte die „schlechte und gänzlich veraltete“ Heizungsanlage sein, vermutet das Blatt.

Wie es mit der Parlamentskrankheit weiterging, ist leider nicht überliefert.

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Ein Militärspital im Parlament

Fotoalbum: Das Militärspital im Parlament