LETZTES UPDATE: 14.11.2016; 14:46
Diese Seite als Lesezeichen hinzufügen

Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus: „Niemals vergessen“ bleibt ewiger Auftrag

Am 5. Mai vor 70 Jahren befreiten US-amerikanische Truppen das Konzentrationslager Mauthausen. Das Parlament beging deshalb den Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Im Zentrum standen dabei die Überlebenden der NS-Verbrechen. BurgschauspielerInnen lasen aus der Produktion „Die letzten Zeugen“. Sie gibt Einblicke in die erschütternden Erinnerung der Überlebenden Rudolf Gelbard, Lucia Heilman, Suzanne-Lucienne Rabinovici und Ari Rath. Die Schriftstellerin Christine Nöstlinger hielt die Gedenkrede.

Die vier ZeitzeugInnen meldeten sich im Rahmen der Lesung zu Wort. Sie betonten, es sei ihre Pflicht, die Erinnerung an das Geschehene am Leben zu halten und an die nächsten Generationen weiterzugeben. Information sei der beste Schutz vor einer Wiederholung der Geschichte. „Erzählt davon, übernehmt den Kampf gegen die Lügen, das Vergessen und für die Erinnerung“, forderte Rabinovici die Anwesenden auf.

Nöstlinger: Bildung das beste Mittel für friedliches Zusammenleben

Nöstlinger erinnerte in ihrer Rede daran, dass es den ZeitzeugInnen lange nicht leicht gemacht worden war, über das Erlebte zu berichten. Sie hätten beim Vergessen und beim selbstzufriedenen Neuanfang nach dem Krieg gestört. Auch die Gesinnung vieler sei nach wie vor von Rassismus getragen gewesen.

Nöstlinger betonte, das sei auch heute bei vielen noch so, auch wenn der Rassismus in einem anderen Mantel daherkomme. Viele Menschen lehnten das Fremde ab, auch wenn dies nur mit Worten geschehe. Diese Haltungen seien jedoch der Nährboden, aus dem Gewalt erst entstehe, erklärte die Kinderbuchautorin. Von besonderer Bedeutung sei deshalb Bildung. Bildung für die Kinder von Zugewanderten und Flüchtlingen, aber auch für die alteingesessene Bevölkerung. Sie sei der beste Garant gegen Rassismus und für ein friedliches Zusammenleben.

Bures: „Niemals vergessen“ entstand aus der Bürde der Überlebenden

Bereits zuvor hatte Nationalratspräsidentin Doris Bures das Wort ergriffen. Sie erinnerte an das schreckliche Leid, das die Überlebenden durchgemacht hatten. Es habe sie ein ganzes Leben lang begleitet. „Niemals vergessen“ sei deshalb für viele zur Lebensaufgabe geworden. Das sei auch das Versprechen heutiger Generationen. „Es entstand aus der Bürde der Überlebenden, niemals vergessen zu können“, schloss Bures.

Bundesratspräsidentin Sonja Zwazl betonte, das Gedenken an die Verbrechen der NationalsozialistInnen sei die stete Mahnung gegen Gewalt und Rassismus in unserer Gesellschaft. Es müsse ein ewiger Auftrag sein, als „stärkste Immunisierung gegen jegliche Form der Radikalisierung.“

Weitere Informationen: