LETZTES UPDATE: 14.11.2016; 14:46
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Opposition übt Kritik an Bildungsreform der Regierung

Am Dienstag, den 6. Oktober 2015, haben die Nationalratsabgeordneten in einer Sondersitzung die Themen Schule und Ausbildung diskutiert. In einer Dringlichen Anfrage an Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek wollten die Grünen mehr über die Fortschritte in der Bildungsreform 2015 wissen.

Die Grünen-Klubobfrau bemängelte in ihrer Anfragebegründung, dass bisher niemand wisse, wie die Reform aussehen solle. Es sei ein Fehler, SchülerInnen und LehrerInnen nicht in die Arbeit der Reformkommission einzubinden. Glawischnig befürchtete deshalb, es werde kein großer Wurf. Einen solchen brauche es aber, wenn man die Probleme des Schulsystems betrachte. Inhaltlich erwartete sich die Grüne von der Bildungsreform eine gemeinsame Schule der zehn bis 14-Jährigen, bessere Ausstattung der Schulen und mehr Schulautonomie.

Heinisch-Hosek: Bildungsbenachteiligte Kinder auffangen

Die Bedeutung der Bildungsreform betonte auch Ministerin Heinisch-Hosek. Das Schulsystem solle zukünftig bildungsbenachteiligte Kinder „auffangen“, denn nicht alle Eltern könnten sich um den Bildungserfolg ihrer Kinder kümmern. Dieses Ziel soll unter anderem mit mehr Schulautonomie, adaptierten Lehrplänen und mehr ganztägigen Schulformen erreicht werden. Heinisch-Hosek kündigte auch an, die Zivilgesellschaft und die Opposition in die Verhandlungen einbinden zu wollen. Allerdings erst nach Abschluss der Verhandlungen zwischen den Regierungsfraktionen.

Kritik von FPÖ, NEOS und Team Stronach

Teils harte Kritik mussten sich die Regierungsfraktionen von den übrigen Oppositionsparteien anhören. FPÖ-Abgeordneter Walter Rosenkranz etwa warf Heinisch-Hosek vor, durch den Ausbau der ganztägigen Schulen ein „Umerziehungsmodell“ nach DDR-Vorbild anzustreben. Außerdem lehnte Rosenkranz das Modell der Gesamtschule ab.

Für ein Ende des ideologischen Kampfes um das Gymnasium oder die gemeinsame Schule der zehn bis 14-Jährigen plädierte NEOS-Klubobmann Matthias Strolz. Seine Fraktion wolle eine gemeinsame Schule, aber mit möglichst großer Autonomie. So könne auf die Bedürfnisse der Kinder am besten eingegangen werden.

Team-Stronach-Klubobmann Robert Lugar erklärte, Ziel müsse sein, dass alle Kinder lesen und schreiben lernten. Derzeit habe die Politik zu viel Macht in den Schulen, weshalb das nicht erreicht werden können. Lugar plädierte deshalb für mehr Schulautonomie.

SPÖ gegen das Schlechtreden, ÖVP gegen die Gesamtschule

SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann verwehrte sich dagegen, das österreichische Bildungssystem schlechtzureden. Es sei besser als sein Ruf und an einer weiteren Verbesserung arbeite nun die Reformkommission. Für eine Bildungsreform aber klar gegen die Abschaffung des Gymnasiums sprach sich ÖVP-Bildungssprecherin Brigitte Jank aus. Es wäre unverantwortlich, auf das beste Schulangebot zu verzichten.