LETZTES UPDATE: 14.11.2016; 15:08
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Wahl 2016: Eine kleine Geschichte der Bundespräsidentenwahlen der Zweiten Republik

Am 24. April war es soweit: der erste Wahlgang für das Amt des/der Bundespräsidenten/Bundespräsidentin hat stattgefunden. Dabei stellten sich eine Kandidatin und fünf Kandidaten zur Wahl. Da keiner/keine der KandidatInnen mehr als die Hälfte aller abgegebenen Stimmen auf sich vereinen konnte, sind die ÖsterreicherInnen am 22. Mai zur Stichwahl gerufen. Es ist nicht das erste Mal in der Geschichte, dass es zu einem zweiten Wahlgang kommt.

In der Zweiten Republik gab es bisher zwölf Wahlen für das Amt des/der Bundespräsidenten/Bundespräsidentin. Drei dieser Urnengänge waren nach dem ersten Wahlgang noch nicht entschieden: Schon bei der ersten direkten Wahl des Bundespräsidenten am 6. Mai 1951 konnte keiner der sechs Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen erringen. In die Stichwahl schafften es Heinrich Gleißner und Theodor Körner. Die ÖsterreicherInnen entschieden sich letztlich am 27. Mai für Theodor Körner.

Er war damit das erste direkt gewählte Oberhaupt der Republik. Körner folgte Karl Renner nach, der 1945 noch von der Bundesversammlung – der gemeinsamen Kammer von National- und Bundesrat – zum Staatsoberhaupt gewählt worden war.

Die Körner nachfolgenden Bundespräsidenten Adolf Schärf, Franz Jonas und Rudolf Kirchschläger benötigten jeweils nur einen Wahlgang, um die Mehrheit der BürgerInnen hinter sich zu vereinen.

Erst bei der Präsidentschaftswahl 1986 kam es wieder zu einer Stichwahl: Im zweiten Wahlgang erhielt Kurt Waldheim knapp 54 Prozent der Stimmen, sein Konkurrent Kurt Steyrer unterlag mit nur etwas über 46 Prozent.

Schon bei der nächsten Wahl, im April 1992, lief es erneut auf eine Stichwahl hinaus: Rudolf Streicher konnte im zweiten Wahlgang nur knapp mehr als 43 Prozent der abgegebenen Stimmen holen. Zum neuen Bundespräsidenten bestimmten die ÖsterreicherInnen Thomas Klestil. Er sollte auch die nächste Wahl im Jahr 1998 gewinnen und bis 2004 Präsident bleiben.

Die beiden folgenden Wahlen konnte Heinz Fischer jeweils im ersten Wahlgang für sich entscheiden. Er bekleidet seit 2004 das Amt des Bundespräsidenten.

Am 22. Mai gehen nun Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen in die Stichwahl. Dann entscheidet sich, wer der Nachfolger Heinz Fischers als Staatsoberhaupt wird.

Weitere Informationen:

Vorläufiges Wahlergebnis auf der Seite des Innenministeriums

Parlamentskorrespondenz Nr. 39/2016 (Details zur Wahl)

Infos zur Wahl auf der Seite des Innenministeriums

Historischer Rückblick auf der Seite des Innenministeriums