LETZTES UPDATE: 17.07.2018; 21:00
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Bundesratspräsident Todt: Armut ist ein gesellschaftliches Problem

Armut schmerzt, besonders wenn sie Personen trifft, die sich selbst nicht helfen können. Über 300.000 Kinder und 200.000 PensionistInnen sind in Österreich derzeit armutsgefährdet. Zukunftsstrategien gegen Kinder- und Altersarmut waren aus diesem Anlass Thema der Enquete "Älter, Jünger, Ärmer?" unter dem Vorsitz von Bundesratspräsident Reinhard Todt. Neben den Bundesministerinnen Beate Hartinger-Klein und Juliane Bogner-Strauß analysierten auch ExpertInnen, National- sowie BundesrätInnen Ursachen für Armut und Armutsgefährdung in Österreich. Debattiert wurden dabei unterschiedliche Perspektiven und mögliche Lösungsansätze. Aus den zahlreichen Vorschlägen zur Armutsprävention kristallisierte sich heraus, dass Armut umfassend gesehen werden muss, da sie alle Lebensbereiche betrifft.

Kinderarmut nimmt Menschen Entwicklungschancen und führt zu Armut im Alter. Zudem sind vor allem Frauen von Altersarmut betroffen. In diesem Befund waren sich alle ExpertInnen einig. Frauen würden durch ihre unbezahlte Arbeit in der Familie bei Kindererziehung und Pflege einen wesentlichen Beitrag leisten, ohne dafür honoriert zu werden. In den Statements wurde auch darauf hingewiesen, dass Altersarmut zur gesellschaftlichen Isolation führt und Krankheit verursacht.

Gemeinsam mit einer Sprecherin der Betroffenenplattform "Sichtbar werden" stand am Nachmittag der Bundesrats-Enquete ein Referat von Martin Schenk (Diakonie Österreich, Koordinationsteam Armutskonferenz) auf der Tagesordnung. Die Bundesrats-Fraktionen erörterten außerdem ihren jeweiligen politischen Fokus, anschließend folgte eine offene Diskussionsrunde. Bundesratspräsident Reinhard Todt betonte am Ende der Enquete, dass Armut ein gesellschaftliches Problem ist, das durch soziale Maßnahmen gelöst werden könne.

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