LETZTES UPDATE: 16.11.2018; 08:39
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Kinder- und Jugendhilfe: ExptertInnen sehen geplante Verländerung kritisch

Die Zukunft der Kinder- und Jugendhilfe war Thema einer Parlamentarischen Enquete des Bundesrats. Auf Initiative von Bundesratspräsidentin Inge Posch-Gruska diskutierten PolitikerInnen und ExpertInnen unter anderem über aktuelle Herausforderungen im Bereich der Jugendwohlfahrt, die Situation von Pflegefamilien und die Bedeutung des Kinderschutzes. Dass die Unterstützung der Jugendlichen grundsätzlich mit dem 18. bzw. dem 21. Lebensjahr endet, wird etwa von vielen ExpertInnen als ein Problemfeld gesehen. Mehrfach wurde außerdem hervorgehoben, dass eine Fremdunterbringung von Kindern nur das letzte Mittel sein dürfe.

Auf viel Skepsis stößt die geplante "Verländerung" der Kinder- und Jugendhilfe. Der Bund will künftig auf ein Grundsatzgesetz verzichten, stattdessen soll eine rechtlich verbindliche Vereinbarung der Länder untereinander bundesweite Mindeststandards sicherstellen. ExpertInnen und Einrichtungen fürchten allerdings, dass sich dadurch die Qualität im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe verschlechtern wird, vor allem wenn die Budgetmittel knapp sind.

Nach Meinung der Regierungsparteien ist diese Sorge allerdings unbegründet, wie zahlreiche Abgeordnete und BundesrätInnen versicherten. Familienministerin Juliane Bogner-Strauß erwartet sich von der geplanten Länder-Vereinbarung sogar Fortschritte in Sachen Harmonisierung. Bundeseinheitliche Qualitätskriterien sind für Bundesratspräsidentin Posch-Gruska jedenfalls unabdingbar. Im Rahmen der Eröffnung der Enquete hob sie außerdem die Bedeutung von Kinderrechten hervor.

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