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Antisemitismus-Studie: 10% manifester, 30% latenter Antisemitismus in Österreich

"Wo Antisemitismus auftritt, führt er zu gesellschaftlichen Veränderungen wie Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, antidemokratische Tendenzen und dem Ruf nach einem starken Mann", unterstrich Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka die Bedeutung der Antisemitismus-Studie 2018, die heute im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert wurde. Auch in Europa habe sich 2015 das gesellschaftliche Bild gewandelt, der Antisemitismus sei noch immer latent vorhanden und Österreich keine Insel der Seligen. "Antisemitismus geht uns alle an", so der Nationalratspräsident.

Die Daten aus der Studie belegen, dass sich der manifeste Antisemitismus mit einem Anteil von rund 10% der Bevölkerung niederschlägt und sich vor allem in rassistischem Antisemitismus und Holocaustleugnung zeigt. Zudem liegen Hinweise auf einen latenten Antisemitismus im Ausmaß von rund 30% vor, vor allem in den Bereichen traditioneller Antisemitismus, auf Israel bezogener Antisemitismus und sekundärer Antisemitismus, erläuterte Eva Zeglovits von IFES. Ein besorgniserregend antisemitisches Potential zeigt sich laut den vorliegenden Ergebnissen bei bereits länger in Österreich ansässigen Arabisch und Türkisch sprechenden Menschen.

Die Studie wurde im Auftrag des Nationalratspräsidenten von einer Arbeitsgemeinschaft unter der Führung von IFES durchgeführt. Gemeinsam mit Sobotka erläuterten Sudienkoordinator Thomas Stern und Eva Zeglovits als Wissenschaftliche Leitung die Ergebnisse.

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