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Finanzschulden und Währungstauschverträge 2018

Analyse vom 18. Februar 2019

Die bereinigten Finanzschulden des Bundes (Finanzschulden unter Berücksichtigung von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Währungstauschverträgen abzüglich Eigenbesitz des Bundes) betrugen zum Jahresende 2018 insgesamt 211,7 Mrd. EUR. Gegenüber dem Jahr 2017 bedeutet dies nur einen leichten Anstieg um 0,4 Mrd. EUR bzw. 0,2 %. Der geringe Anstieg im Jahr 2018 resultiert aus einem im Vergleich zu den Vorjahren niedrigeren zu finanzierenden administrativen Defizit (Nettofinanzierungsbedarf) iHv 1,1 Mrd. EUR sowie aus einer Reduktion der kurzfristigen Liquiditätshaltung gegenüber Ende 2017 um rd. 0,7 Mrd. EUR.

Die Maastricht‑Verschuldung des Bundessektors lag Ende 2017 bei 251,8 Mrd. EUR bzw. 68,1 % des BIP, der (vorläufige) Wert für 2018 wird von der Statistik Austria Ende März bekanntgegeben. Auf gesamtstaatlicher Ebene geht das BMF derzeit von einem Schuldenstand iHv 74,2 % des BIP für Ende 2018 aus, der sich damit gegenüber dem Höchststand von 84,8 % des BIP im Jahr 2015 um mehr als 10 %‑Punkte reduzierte.

Vor dem Hintergrund der weiterhin expansiv ausgerichteten Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) entwickelte sich das Zinsumfeld im Jahr 2018 für Österreich günstig. Nach einem kurzfristigen Anstieg im Februar sanken die Zinsen auf 10‑jährige österreichische Bundesanleihen im Jahresverlauf auf knapp über 0,50 % im Dezember 2018. Anleihen mit Laufzeiten von bis zu 5 bis 6 Jahren können derzeit zu negativen Zinsen begeben werden.

Der Bund führte im Jahr 2018 Neuaufnahmen zur Abdeckung des Nettofinanzierungsbedarfs und zur Schuldentilgung iHv 23,2 Mrd. EUR durch. Diese gegenüber dem Jahr 2017 deutlich geringeren Neuaufnahmen (‑6,7 Mrd. EUR) resultieren insbesondere aus dem mit 22,8 Mrd. EUR verhältnismäßig geringen Tilgungsvolumen alter Anleihen (‑3,6 Mrd. EUR gegenüber 2017) sowie aus dem Nettofinanzierungsbedarf des Bundes, der mit 1,1 Mrd. EUR weit unter dem Niveau des Vorjahres (6,9 Mrd. EUR) lag.

Die durchschnittliche Laufzeit der neu aufgenommenen Finanzschulden des Bundes betrug 8,3 Jahre. Damit war die durchschnittliche Laufzeit deutlich geringer als in den Jahren 2016 (14,4 Jahre) und 2017 (19,6 Jahre), in denen erstmalig Anleihen mit Laufzeiten von 70 Jahren (2016) und 100 Jahren (2017) begeben worden waren. Entsprechend der im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringeren Durchschnittslaufzeit sank die durchschnittliche Verzinsung der Neuaufnahmen des Bundes im Jahr 2018 gegenüber dem Jahr 2017 effektiv um 20 Basispunkte auf 0,23 %.

Die Nettozinsbelastung im Finanzierungshaushalt der UG 58‑Finanzierungen, Währungstauschverträge betrug im Jahr 2018 rd. 5,5 Mrd. EUR und lag damit, insbesondere aufgrund der deutlich höher als veranschlagt ausgefallenen Einzahlungen aus Agien um rd. 0,5 Mrd. EUR unter dem budgetierten Wert. Im periodengerecht abgegrenzten und damit aussagekräftigeren Ergebnishaushalt betrug der Nettozinsaufwand 4,8 Mrd. EUR und war somit weiterhin stark rückläufig (‑0,6 Mrd. EUR bzw. ‑11,3 % gegenüber 2017). Auch der im BVA 2018 für den Ergebnishaushalt veranschlagte Wert von 4,9 Mrd. EUR wurde um 0,1 Mrd. EUR unterschritten.

Die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) nahm im Jahr 2018 Kreditoperationen für Länder, sonstige Rechtsträger und Sonderkonten des Bundes iHv 1,8 Mrd. EUR vor. Die durchschnittliche Effektivverzinsung der durchgeführten Kreditoperationen lag mit 1,3 % deutlich über der Verzinsung der Neuaufnahmen des Bundes, weil mit diesen Kreditoperationen auch 650 Mio. EUR aus einer Aufstockung der bis 2117 laufenden 100‑jährigen Anleihe an Länder und Rechtsträger weitergegeben wurden und die durchschnittliche Laufzeit der Kreditoperationen der Rechtsträgerfinanzierung daher bei 47,5 Jahren lag.

BD - Finanzschulden und Währungstauschverträge 2018 / PDF, 766 KB

Vorangegangene Analysen zu den Finanzschulden und Währungstauschverträgen