LETZTES UPDATE: 16.03.2017; 15:22
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Finanzschulden und Währungstauschverträge 2016

Analyse vom 16. Februar 2017

Im Jahr 2016 gestaltete sich das Zinsumfeld erneut sehr günstig, im Durchschnitt lagen die Zinsen deutlich unter den bereits sehr niedrigen Werten des Jahres 2015. Die Zinsen auf 10‑jährige österreichische Bundesanleihen erreichten im August 2016 mit 0,11 % einen neuen Tiefstand, bevor sie gegen Ende des Jahres wieder eine deutliche Aufwärtsbewegung zeigten und im Jänner 2017 bei 0,57 % lagen.

Der Bund nahm im Vorjahr Finanzschulden iHv 28,12 Mrd. EUR neu auf, gegenüber 2015 bedeutet dies einen Anstieg der Neuaufnahmen um 4,96 Mrd. EUR. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf den höheren Nettofinanzierungsbedarf in der Allgemeinen Gebarung (Anstieg um rd. 3,1 Mrd. EUR) und auf eine Vorfinanzierung für das Jahr 2017 iHv rd. 1,8 Mrd. EUR zurückzuführen.

Die durchschnittliche Laufzeit der im Jahr 2016 neu aufgenommenen Finanzschulden betrug 14,4 Jahre (2015: 7,86 Jahre). Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr war in erster Linie auf die erstmalige Ausgabe einer Anleihe mit 70‑jähriger Laufzeit zurückzuführen. Die durchschnittliche Verzinsung der im Vorjahr neu aufgenommenen Finanzschulden reduzierte sich gegenüber 2015 sowohl nominal (‑48 Basispunkte auf 0,85 %) als auch effektiv (‑20 Basispunkte auf 0,30 %).

Die bereinigte Finanzschuld des Bundes (Finanzschuld unter Berücksichtigung von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Währungstauschverträgen abzüglich Eigenbesitz des Bundes) stieg 2016 im Vorjahresvergleich deutlich um 8,64 Mrd. EUR (für Nettofinanzierungsbedarf und Abwicklung des KAF‑Rückkaufangebotes) auf rd. 207,75 Mrd. EUR an. Der (vorläufige) Wert für 2016 für die Maastricht‑Verschuldung des Bundes wird von der Statistik Austria Ende März bekanntgegeben (2015 bei 74,9 % des BIP). Auf gesamtstaatlicher Ebene ging das BMF im Budgetbericht 2017 für 2016 von einem Rückgang um 2,3 %‑Punkte gegenüber dem Vorjahr auf 83,2 % aus.

Die Nettozinsbelastung im Finanzierungshaushalt der UG 58‑Finanzierungen, Währungstauschverträge betrug im Jahr 2016 rd. 5,89 Mrd. EUR und lag damit um 12,2 % über dem Vorjahreswert (Sondereffekt durch 0 %‑Deutsche‑Mark‑Prämienanleihe 1986‑2016) und um 4,8 % über dem budgetierten Wert. Im periodengerecht abgegrenzten und damit aussagekräftigeren Ergebnishaushalt betrug der Nettozinsaufwand rd. 5,93 Mrd. EUR. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete dies einen Rückgang um 3,3 %, das im BVA 2016 veranschlagte Ergebnis wurde um 1,3 % unterschritten.

BD - Finanzschulden und Währungstauschverträge 2016 / PDF, 451 KB

Vorangegangene Analysen zu den Finanzschulden und Währungstauschverträgen