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Bericht über die Förderung von Handwerkerleistungen

Analyse vom 15. Februar 2017

Der Handwerkerbonus wurde im Jahr 2014 befristet für die Jahre 2014 und 2015 mit einem Förderungsvolumen von 10 Mio. EUR bzw. 20 Mio. EUR eingeführt. Im Frühjahr 2016 wurde eine Verlängerung für die Jahre 2016 und 2017 beschlossen. Der vorliegende Bericht bezieht sich auf die Förderungsjahre 2014 und 2015, ein weiterer Bericht für die Folgejahre ist gesetzlich nicht vorgesehen.

Mit Gesamtauszahlungen von insgesamt rd. 29,1 Mio. EUR wurde der veranschlagte Förderungsbetrag von 30,0 Mio. EUR um 0,9 Mio. EUR unterschritten. An Förderungen wurden insgesamt rd. 27,83 Mio. EUR oder 95,6 % der Gesamtsumme ausbezahlt, die restlichen rd. 1,27 Mio. EUR oder 4,4 % entfielen auf Abwicklungskosten. Laut Leistungsbericht der Kommunalkredit Public Consulting GmbH konnten damit 23.431 Projekte im Jahr 2014 und 44.254 Projekte im Jahr 2015 gefördert werden. Die durchschnittliche Förderungshöhe pro Projekt betrug demnach 406 EUR (2014) bzw. 414 EUR (2015).

Ziele des Handwerkerbonus sind die Bekämpfung der Schwarzarbeit, die Stärkung der redlichen Wirtschaft und die Setzung von wachstums‑ und konjunkturbelebenden Impulsen. In der Wirkungsorientierten Folgenabschätzung zum Gesetzesentwurf wurde als Ziel der Maßnahme eine Bekämpfung der Schwarzarbeit und Stärkung der redlichen Wirtschaft genannt. Als Indikator wurde die Entwicklung des Beschäftigtenindex für den Bausektor herangezogen, für den ein Anstieg gegenüber Juni 2013 angestrebt wurde. Der Referenzwert lag im Juni 2013 bei 106,8. Beim (vorläufigen) Aktionsende im August 2015 lag er bei 106,9. Dabei ist allerdings eine starke Saisonkomponente zu berücksichtigen. Grundsätzlich lag der Index in den Folgejahren unter den Werten von 2013. Der durchgeführte Vergleich lässt allerdings kaum Rückschlüsse auf die Wirksamkeit des Handwerkerbonus zu, da die Beschäftigungsentwicklung im Bausektor von zahlreichen weiteren Faktoren (z.B. Konjunktur‑ und Investitionsentwicklung) beeinflusst wird. Um eine Aussage über die Wirksamkeit des Handwerkerbonus treffen zu können, müssten weitere Faktoren mit Einfluss auf die Beschäftigungsentwicklung im Bausektor erfasst und beurteilt werden.

Der Budgetdienst hat bereits in seinen bisherigen Analysen zum Handwerkerbonus kritisch angemerkt, dass die Wirksamkeit der Förderung wesentlich vom Ausmaß der Mitnahmeeffekte (Durchführung der Projekte auch ohne Förderung) abhängt. Das Ausmaß der Mitnahmeeffekte ist schwierig zu quantifizieren, eine Evaluierung des IHS im Auftrag des BMF dürfte laut Medienberichten allerdings zu einer kritischen Einschätzung in Bezug auf die Wirksamkeit der Maßnahme gelangt sein. Diese Evaluierungsstudie ist jedoch nicht öffentlich und wurde dem Nationalrat nicht übermittelt. Zu positiven Einschätzungen gelangt hingegen Prof. Schneider von der Universität Linz in seinen öffentlichen Stellungnahmen. Die Schwarzarbeit würde durch den Handwerkerbonus deutlich zurückgedrängt, zudem würden die Ausgaben für die Förderung durch zusätzliche Steuereinnahmen mehr als kompensiert.