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Parlamentskorrespondenz Nr. 775 vom 14.10.2010

Themenfelder:
Umwelt/Wirtschaft
Sachbereich:
Ausschusssitzungen des NR
Stichworte:
Parlament/Tourismusausschuss/Marek

Österreichs Nationalparks im Fokus

Tourismusausschuss befasst sich mit Tourismus im Nationalpark

Wien (PK) – In seiner heutigen Sitzung befasste sich der Tourismus-Ausschuss des Nationalrats im Rahmen einer aktuellen Aussprache mit dem Thema Nationalparks. Als Experten waren dazu der Bürgermeister von Matrei, Andreas Köll, und der Direktor des Nationalparks Hohe Tauern, Peter Rupitsch, geladen.

Staatssekretärin Christine Marek kam auf die touristische Ebene des gegenständlichen Themas zu sprechen. Die Natur sei ein absoluter Anziehungspunkt für den Tourismus, und die sechs Nationalparks vom Seewinkel zu den Hohen Tauern berührten verschiedene Aspekte des Tourismus, sagte sie. Konkret verwies sie darauf, dass 451 Mio. Euro durch Nächtigungen und 29 Mio. Euro durch TagestouristInnen in den Nationalparks erzielt würden.

Es sei nun die Aufgabe, unter den bestehenden Rahmenbedingungen das touristische Potential unter Berücksichtigung des Umweltschutzgedankens auszuschöpfen. Diesem Thema habe sich eine eigene Taskforce im Ministerium gewidmet. Als eine der wesentlichen Schlussfolgerungen sei der Tourismus in der neuen österreichischen Nationalparkstrategie enthalten. 11 Mio. Euro würden für die Nationalparks seitens des Bundes zur Verfügung gestellt, und es gebe einen ständigen Dialog zwischen dem Ministerium, den Nationalparks und den TouristikerInnen. Abschließend verwies die Staatssekretärin auf die entsprechenden Aktivitäten der Österreich-Werbung.

Köll und Rupitsch erläuterten Details zum Nationalpark Hohe Tauern, der ein Gebiet von 1850 qkm in Tirol, Salzburg und Kärnten einnehme. Hier gebe es verschiedene Aufgaben, die von Bildung und Wissenschaft über Umweltschutz bis zum Tourismus reichten. Die aktuelle Frage laute: Wie kann man die Nationalparks noch besser touristisch nutzen, wie kann man den BesucherInnen ein noch besseres Naturerlebnis bieten.

Man müsse den Sommertourismus massiv aufbauen, da Nationalparks nur im Sommer besuchbar seien. Zudem gelte es zu zeigen, dass ein sanfter Tourismus wirklich funktioniert.

Abgeordneter Franz Hörl (V) meinte, es sei essentiell für den Fortbestand der Nationalparks, dass diese auch ökonomisch florierten, denn die dort lebende Bevölkerung müsse eine Perspektive haben, und dafür sei unabdingbar, dass es eine ökonomische Entwicklung gebe. Gerade bei der Produktentwicklung könne hier noch viel getan werden.

Abgeordnete Gabriela Moser (G) berichtete von ihren positiven Erfahrungen mit dem sanften Tourismus und regte an, die Kooperation mit der ÖW weiter zu verbessern, denn es sei in erster Linie eine Frage der Information der Menschen, dass diese in den Nationalpark kommen.

Abgeordneter Gerhard Huber (B) verwies darauf, dass die Verwaltung des Nationalparks Hohe Tauern derzeit dreigeteilt sei – gemäß der Bundesländer -, was die Frage aufwerfe, ob diese nicht auf eine reduziert werden könne, wie man sich überdies über Einsparungspotentiale Gedanken machen sollte. Abgeordneter Roman Haider (F) wollte wissen, ob eine Umschichtung der Mittel, die den Nationalparks zur Verfügung stehen, für die zur Rede stehenden Zwecke dienlich seien. Abgeordneter Josef Auer (S) dankte für die Informationen, da diese eine neue Sichtweise auf die Thematik ermöglichten. Je besser die Nationalparkidee umgesetzt werde, desto besser funktioniere der Tourismus, sagte er. Österreich habe "Naturkompetenz", und dieses Faktum müsse man in den Köpfen der Menschen verankern. Abgeordnete Heidrun Silhavy (S) kam auf Leitprojekte für sanften Tourismus zu sprechen und meinte, dass es wirtschaftlich wichtig sei, den Tourismus auszubauen, da er Arbeitsplätze sichere bzw. schaffe. Zudem sprach sie die Frage einer Entzerrung der europäischen Ferienordnung an. 

Abgeordnete Elisabeth Hakel (S) verwies auf Infrastrukturprobleme in den Nationalparks und meinte, man müsse sich die Frage stellen, wie bekomme man Leute in die Parks, wenn es keinen öffentlichen Verkehr gibt. Auch sei es schlecht, dass SchitourengeherInnen durch die Nationalparks behindert würden, da sie eine wichtige Einnahmequelle darstellten. Schließlich sollte man sich fragen, wie gehen Betriebe und Gemeinden mit den Herausforderungen um.

Abgeordneter Gabriel Obernosterer (V) erklärte, auch bei sanftem Tourismus müsse man den Leuten einiges bieten, um sie in die jeweilige Region zu bekommen. Man müsse erkennen, dass Nationalparks eben auch Wertschöpfung bedeuten, dann nämlich böten sie beachtliches Potential, allerdings brauche es dafür entsprechende Infrastruktur.

Abgeordneter Erwin Preiner (S) sagte, man dürfe auch die Naturparks nicht vergessen, und Abgeordneter Heribert Donnerbauer (V) berichtete über die Erfahrungen mit dem Nationalpark Thayatal.

Marek erklärte, Österreich arbeite an einer Entzerrung der europäischen Ferienordnung. Ziel sei es, eine Erhebung des Ist-Zustandes zu erreichen, um auf dieser Basis reagieren zu können. Zudem äußerte sich die Staatssekretärin zu Fragen der Naturparks.

Lehrberufe im Tourismus sollen attraktiver werden

Sodann befasste sich der Ausschuss mit einem Fünfparteien-Antrag zur Attraktivierung von Lehrberufen in der Tourismusbranche. (1236/A[E])

Abgeordneter Stefan Markowitz (B) erläuterte den Inhalt des Antrags und meinte, es gehe darum, diesen so wichtigen Wirtschaftszweig auch für Lehrlinge attraktiver zu gestalten, wofür die in diesem Antrag angeregten Maßnahmen umgesetzt werden sollten. Abgeordnete Birgit Schatz (G) regte an, dem Ministerium einen zeitlichen Horizont für die Umsetzung dieser Maßnahmen nahe zu legen. Abgeordneter Roman Haider (F) verwies auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit – zahlreiche Jugendliche könnten keine Lehrstelle finden – und meinte, es brauche eine Trendwende, da im Tourismus pro Jahr tausend Lehrstellen unbesetzt blieben.

Abgeordneter Gabriel Obernosterer (V) sagte, man solle sich fragen, woran es liege, dass viele Menschen aus dem Tourismus wieder aussteigen. Man müsse am Image der Branche arbeiten. Abgeordnete Rosa Lohfeyer (S) verwies auf reale Probleme, die erst analysiert werden müssten, um auf diesem Gebiet zu einem befriedigenden Resultat zu kommen. So gelte es beispielsweise, in der Ausbildung manche Dinge, wie Sprachen, Rhetorik, Internet zu hinterfragen. Abgeordnete Heidrun Silhavy (S) meinte, der Antrag bedeute einen Schritt in die richtige Richtung und biete Gelegenheit, sich intensiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Staatssekretärin Christine Marek sicherte die Kooperation ihres Hauses bei den Beratungen zum Thema zu.

Der Antrag wurde einstimmig angenommen. (Schluss)