LETZTES UPDATE: 18.05.2016; 21:51
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Parlamentskorrespondenz Nr. 527 vom 18.05.2016

Themenfelder:
Landwirtschaft
Format:
Plenarsitzungen des Nationalrats
Stichworte:
Nationalrat/Weingesetz

Nationalratsvotum sichert Fortbestand des Uhudlers

Breite Mehrheit für Novelle des Weingesetzes

Wien (PK) – Eine heute vom Nationalrat beschlossene Novelle zum Weingesetz bietet nun dauerhafte Sicherheit für den Fortbestand des Uhudlers. Die bisher nur befristet zugelassene regionale Spezialität soll zu diesem Zweck vom Weinbereich in den Obstweinbereich übertragen werden, wodurch die Uhudlerregion im Südburgenland die Möglichkeit erhält, eine geschützte Ursprungsbezeichnung zu beantragen. Die mit breiter Mehrheit, aber ohne die Stimmen der NEOS, verabschiedete Vorlage enthält aber auch noch weitere wichtige Neuerungen, so etwa die Erhöhung des Hektarertrags von 9.000 kg auf 10.000 kg oder Bestimmungen über die exakte Bezeichnung der Rieden. 

Allgemeines Lob für die Qualität des heimischen Weins

ÖVP-Abgeordneter Johannes Schmuckenschlager begrüßte die Novelle unter dem Gesichtspunkt der Qualität und sah vor allem die exakte Herkunftsbezeichnung des Weines auf dem Etikett als Erfolgsgarantie für die heimischen Winzer. Sowohl Schmuckenschlager als auch Nikolaus Prinz (V) zeigten sich aber besorgt über den allgemeinen Preisverfall in der Landwirtschaft und forderten regulierende Eingriffe der Politik und eine faire Partnerschaft zwischen Handel und Bauern. Für Nikolaus Berlakovich (V) ist das Weingesetz ein Beweis dafür, dass klare Vorgaben die Qualität fördern. Die Novelle werde die Vermarktungschancen des österreichischen Weins verbessern, zeigte sich auch Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter überzeugt.

Die Uhudler-Regelung – Berlakovich sprach von einem Sieg Davids gegen Goliath – wurde auch von der SPÖ begrüßt. Die Rettung der südburgenländischen Spezialität bringe Rechtssicherheit und wirtschaftliche Zukunft für die Winzer, betonte Jürgen Schabhüttl (S). SPÖ-Agrarsprecher Erwin Preiner sah die Freude allerdings durch die Frostschäden im Burgenland getrübt und forderte rasche Hilfe für die Betroffenen. In den Chor der Zustimmung über die Novelle reihten sich auch Josef Riemer und Edith Mühlberghuber namens der FPÖ ein, die ebenfalls an die hohe Qualität des heimischen Weins erinnerten. Für die Grünen kündigte Christiane Brunner ihre Zustimmung zur Obstweinlösung beim Uhudler an, erwartete sich aber noch weiteren Einsatz des Ministers auf EU-Ebene zur dauerhaften Absicherung. Auch Leopold Steinbichler (T) sprach von "Erfolgswunder Wein" und freute sich vor allem über die verschärften Herkunftsbezeichnungen. Der Agrarsprecher des Team Stronach nahm die Regelung beim Wein überdies zum Anlass, erneut seine Forderung nach einem Qualitätsgütesiegel für österreichische landwirtschaftliche Produkte zu deponieren, blieb mit einem diesbezüglichen Entschließungsantrag allerdings in der Minderheit.

NEOS fordern Mut zu Innovationen im Weinbau

Gegen die Novelle stimmten lediglich die NEOS, deren Landwirtschaftssprecher Josef Schellhorn den Einsatz für den Uhudler nicht ganz nachvollziehen konnte. Er hob insgesamt die Qualität des österreichischen Weins als Erfolgsgeschichte hervor, gab aber zu bedenken, nun gehe es nicht nur darum, die Tradition des Uhudlers zu bewahren, vielmehr seien mutige Schritte zu weiteren Innovationen gefordert. Die Weinbauern sollten deshalb nicht in ein enges Korsett an Bestimmungen gepresst werden. (Fortsetzung Nationalrat) hof