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Parlamentskorrespondenz Nr. 1115 vom 20.10.2016

Themenfelder:
Parlament allgemein/Kultur/Termine
Format:
Veranstaltungen
Stichworte:
Parlament/Bures/Tag der offenen Tür/Termine/Kunstprojekt

Bures: Das Parlament präsentiert sich am Nationalfeiertag mit einem Kunstprojekt

Kunstprojekt "Im Herzen der Demokratie" beim "Offenen Parlament" am 26. und 27. Oktober

Wien (PK) – Das Parlamentsgebäude wird von 2017 bis 2020 generalsaniert. Der Tag der offenen Tür 2016 wird somit der letzte für längere Zeit im historischen Bau am Ring sein. Aus diesem Anlass bietet das Parlament seinen BesucherInnen am 26. und 27. Oktober ein außergewöhnliches Projekt: "Im Herzen der Demokratie".

Die Künstlergruppe "wenn es soweit ist" um Jacqueline Kornmüller und Peter Wolf wird am diesjährigen Nationalfeiertag sowie am Tag danach, dem 27.10.2016, das Haus in besonderer Weise in Szene setzen. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen Texte über Demokratie, unter anderem von Christine Nöstlinger, Paulus Hochgatterer und Martin Pollack, die von einem hochkarätigen Ensemble gespielt werden.

Für Nationalratspräsidentin Doris Bures ist das Parlamentsgebäude nicht nur Arbeitsplatz und Tagungsort von National- und Bundesrat, sondern auch ein wichtiger Repräsentationsort der Republik. Bures: "Das Parlament symbolisiert wie kein anderes Gebäude die Demokratie. Und es wird in der öffentlichen Wahrnehmung von Parlamentarismus und Demokratie während der Sanierungsphase fehlen. Daher ist es mein Ziel, den letzten Tag der offenen Tür in besonderer und einprägsamer Weise zu begehen. Wir wollen unsere Gäste mit dem Projekt 'Im Herzen der Demokratie' anregen, sich mit Demokratie intensiver auseinander zu setzen. Kunst ist ein geeignetes Mittel, um mehr Bewusstsein für demokratische Prozesse zu schaffen."

In diesem Sinne ist auch die künstlerische Intervention der Künstlergruppe "wenn es soweit" ist um Jacqueline Kornmüller und Peter Wolf zu sehen. Mit dem Projekt "Im Herzen der Demokratie" im österreichischen Parlament werden sie das Thema Demokratie mit den Mitteln der Kunst neu beleuchten.

Die beiden KünstlerInnen haben bereits in den vergangenen Jahren von Kritik und Publikum begeistert aufgenommene Kulturveranstaltungen inszeniert. In Wien etwa im Kunsthistorischen Museum ("Ganymed") oder bei der Eröffnung der Kulturhauptstadt Europa 2016 in Wroclaw. Ihre Inszenierungen verknüpfen bildende Kunst, Literatur, Musik und Theater und treten in einen gesellschaftlichen Diskurs wie etwa im Volkstheater ("Die Reise" und "Das Kind") oder im Jörgerbad ("Die Botschaft von Kambodscha"). Nationalratspräsidentin Bures: "Ich freue mich sehr, dass wir die renommierte Künstlergruppe 'wenn es soweit ist' für dieses ehrgeizige Projekt zum Nationalfeiertag gewinnen konnten."

Acht renommierte AutorInnen haben für das Parlament geschrieben

Acht deutschsprachige AutorInnen wurden eingeladen, sich mit dem Begriff der Demokratie auseinanderzusetzen und über Österreichs Vergangenheit, seine Gegenwart und seine Zukunft nachzudenken. Die AutorInnen sind Juli Zeh, Clemens J. Setz, Christine Nöstlinger, Paulus Hochgatterer, Milena Michiko Flasar, Franz Schuh, Angelika Reitzer und Martin Pollack. Sie haben für je einen Ort im Parlament einen Text entwickelt. Diese Texte werden mit einem Schauspielensemble – darunter Ulli Meier, Sona MacDonald und Katharina Stemberger – szenisch erarbeitet und im originalen Raum inszeniert.

In jedem Raum findet eine Szene von ca. 7 bis 10 Minuten statt, die wiederholt wird, sodass jede(r) BesucherIn die Möglichkeit hat, alle Szenen zu sehen. Im Wechsel mit den Schauspielszenen finden Musiktheaterszenen statt, etwa von den Gruppen Federspiel, Alma, den Strottern, Blech und Marino Formenti. Eine Tanzaktion kommt von dem Leadsänger der Sofasurfers Emmanuel Obeya und der Tänzerin Esther Balfe.

Die inhaltlichen Auseinandersetzungen sind in ihrer Herangehensweise sehr unterschiedlich. So geht es etwa in Juli Zehs eigens für das Ministerrats-Zimmer geschriebenen Text um die "Missverständnisse" unseres Demokratieverständnisses. Unter anderem um jenes, laut dem die "Politik einfach zu langweilig" geworden sei. Es fehle an "echten Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten. Genauso mangelt es an echten Auseinandersetzungen. Die Parteien sind sich zu ähnlich, man weiß gar nicht mehr, wen man wählen soll", schreibt Juli Zeh.

Für den Empfangssalon hat der Grazer Schriftsteller Clemens J. Setz einen Text geschrieben, in dem es unter anderem um die Bundespräsidentenwahl geht und was Karl Kraus dazu gesagt hätte: "Karl Kraus wäre in Ekstase: die Zukunft Österreichs, der Bundespräsident, eine historische Wahl und hier: das! Ich saß da und starrte: das ist so großartig!"

Teil des Projekts ist außerdem Christine Nöstlingers berührende Rede zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen. Sie wird im Sitzungssaal des Bundesrates ertönen. Interpretiert von der Puppenspielerin Ulrike Langenbein, die eigens dafür eine Puppe angefertigt hat – die 8-jährige Christine Nöstlinger.

Traditioneller Austausch mit ParlamentarierInnen am Nationalfeiertag

Parallel zum Projekt "Im Herzen der Demokratie" haben auch heuer die Gäste am 26. Oktober wie gewohnt Gelegenheit, sich direkt mit MandatarInnen auszutauschen. Sie können die PräsidentInnen des Hohen Hauses in ihren Amtsräumen treffen oder Abgeordnete im Sprechzimmer kennenlernen. Auch einen Fotopoint im Nationalratssaal wird es wieder geben. Die BesucherInnen können die Fotos beim Verlassen des Gebäudes mitnehmen.

Das umfangreiche Angebot an politischer Bildung im Parlament wird diesmal im Palais Epstein vorgestellt, wo vor allem Kinder und Jugendliche über Parlamentarismus und Demokratie informiert werden.

Das österreichische Parlament ist ein offenes Haus. Pro Jahr besuchen rund 100.000 Menschen das Hohe Haus. Höhepunkt ist jedes Jahr der Tag der Offenen Tür, der seit 2005 stattfindet. (Schluss) red

Offenes Parlament am 26. und 27. Oktober

Mittwoch, 26. Oktober, 10 bis 17 Uhr: Tag der offenen Tür mit Kunstprojekt "Im Herzen der Demokratie" im Parlamentsgebäude und Bildungsangeboten im Palais Epstein

Donnerstag, 27. Oktober, 16 bis 22 Uhr: Kunstprojekt "Im Herzen der Demokratie" im Parlamentsgebäude

Der Eintritt ist frei.

Einlass jeweils bis eine Stunde vor Schluss.

HINWEIS: Fotos von dieser Pressekonferenz finden Sie im Fotoalbum auf www.parlament.gv.at/SERV/FOTO. Mehr Informationen zum Projekt "Im Herzen der Demokratie" finden Sie unter http://wennessoweitist.com/.