LETZTES UPDATE: 20.06.2017; 10:43
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Parlamentskorrespondenz Nr. 751 vom 20.06.2017

Themenfelder:
Finanzen/Familie
Format:
Parlamentarische Materialien
Stichworte:
Nationalrat/Vorlage/Bildungskompass/Oberösterreich

Neu im Finanzausschuss

Bildungskompass soll zunächst in oberösterreichischen Kindergärten ab Herbst 2017 erprobt werden

Wien (PK) – Um die bundesweite Umsetzung des Bildungskompasses vorzubereiten, soll dieser ab dem Kindergartenjahr 2017/18 vorerst einmal in Oberösterreich erprobt und wissenschaftlich evaluiert werden. Es handelt sich dabei um ein einheitliches Qualitätsinstrument in der Elementarpädagogik, das die Stärken und Potentiale der Kinder dokumentieren und den Übergang in die Volksschule erleichtern soll. Zur Abdeckung des Aufwandes wird dem Land ein Zuschuss in der Höhe von 164.000 € zur Verfügung gestellt. Dies sieht eine 15a-Vereinbarung zwischen dem Bund und dem Land Oberösterreich vor, die nun dem Finanzausschuss zugewiesen wurde ( 1663 d.B.).

Pilotprojekt in Oberösterreich soll bundesweite Umsetzung ab 2018 vorbereiten

Im Auftrag des Familienministeriums wurde ein Konzept für die strukturierte Erfassung und Dokumentation von Lerndispositionen von vier- und fünfjährigen Kindern in elementarpädagogischen Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen erstellt. Dieses bildet einen zentralen Bestandteil der gegenständlichen Vereinbarung. Ziel des Pilotprojekts ist die praktische Erprobung des Bildungskompasses sowie des vom Charlotte-Bühler-Institut zu erstellenden Schulungskonzepts für elementarpädagogische Fachkräfte. Erhoben werden soll u.a. auch, ob der Übergang der Kinder zur Volksschule entsprechend stärken- und potentialorientiert begleitet wird.

Das Land Oberösterreich verpflichtet sich, insgesamt 50 Pilotgruppen in elementarpädagogischen Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen nach den vom Charlotte-Bühler-Institut zur Verfügung gestellten Auswahlkriterien zu rekrutieren und die notwendigen Schulungs- und Begleitmaßnahmen für die PädagogInnen zu organisieren. Das Programm beinhaltet u.a. die Teilnahme an Gruppeninterviews, die Erfassung der zusätzlichen Arbeitszeit und die Übergabe der Entwicklungsergebnisse an die Eltern.

Der Regierungsvorlage beigefügt ist eine über 50 Seiten umfassende Studie des Charlotte-Bühler-Instituts für praxisorientierte Kleinkindforschung mit dem Titel "Entwicklung eines Konzepts zum Bildungskompass im elementarpädagogischen Bildungsbereich". Die darin behandelten Themen reichen von der Beschreibung der einzelnen Bausteine des Bildungskompasses, dem Übergangsmanagement in die Volksschule bis hin zu den notwendigen Rahmenbedingungen für die Umsetzung dieses Instruments. Es wird u.a. darauf hingewiesen, dass der Bildungskompass, der auf die Interessen und Potentiale eines Kindes fokussiert, im Rahmen eines Gesprächs an die Eltern weitergegeben werden soll. Er bilde am Übergang in die Volksschule eine wichtige Grundlage individueller Förderung und anschlussfähiger Bildungsprozesse. Damit werde ein erster wichtiger Schritt in Richtung eines Bildungskompasses gesetzt, der jedes Kind ab dem Alter von 3,5 Jahren bis zum letzten Schultag begleiten soll.  - Eine gleichlautende Vorlage wurde dem Familienausschuss ( 1616 d.B.) zugewiesen. (Schluss) sue