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Parlamentskorrespondenz Nr. 1562 vom 21.12.2018

Themenfelder:
Verkehr
Format:
Parlamentarische Materialien
Stichworte:
Nationalrat/Berichte/SUB

Schiene, Zivilluftfahrt und Seilbahnen: Allgemein hohes Sicherheitsniveau

Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes lobt in Bericht 2017 gute Meldekultur

Wien (PK) – Der jährliche Bericht der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) basiert auch 2017 wieder auf den Zahlen und Daten über sicherheitsrelevante Ereignisse im Verkehr abseits der Straße, die an die Stelle gemeldet und in einer Datenbank erfasst wurden ( III-226 d.B. ). Die SUB hat ihre Aufgaben unabhängig von allen Behörden und Parteien sowie öffentlichen und privaten Stellen, deren Interessen mit den Aufgaben der SUB kollidieren könnten, wahrzunehmen. Die zentrale Aufgabenstellung der SUB ist die Untersuchung von Unfällen und Störungen durch ein qualifiziertes Untersuchungsverfahren, die Feststellung der möglichen Ursachen und die Ausarbeitung von Sicherheitsempfehlungen als Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Die Untersuchung dient dabei nicht der Klärung von Schuld- oder Haftungsfragen, Untersuchungsberichte dürfen keine Feststellungen dazu treffen. Das Ziel ist vielmehr, mit den gewonnenen Erkenntnissen sowie den daraus abgeleiteten Maßnahmen der Verkehrssicherheit in den einzelnen Verkehrsbereichen zu erhöhen, hält der Bericht fest.

Tendenzen im Bereich Schiene: Weniger Unfälle 2017

Mit insgesamt 2.496 gemeldeten Vorfällen im Schienenverkehr im Jahr 2017 setzte sich die steigende Tendenz der Meldungen der letzten Jahre fort (2016: 2.057, 2015: 1.957 Meldungen). Die Zahl der als Unfälle bewerteten Ereignisse ging dabei jedoch zurück und betraf 965 Meldungen (2016: 1.191, 2015: 1.179 gemeldete Unfälle). Hingegen gab es einen weiteren Anstieg bei den gemeldeten Störungen, von denen 1.157 verzeichnet wurden (2016: 866, 2015: 778). Als "sonstige Ereignisse" wurden 374 Fälle eingestuft. 20 Personen verunfallten 2017 tödlich im Schienenbereich, 50 wurden schwer und 98 leicht verletzt.

Die SUB leitete im Berichtsjahr 15 Sicherheitsuntersuchungen ein, wobei nur für vier Fälle aus gesetzlichen Gründen Untersuchungspflicht bestand, 2016 waren es fünf Fälle gewesen. Die weiteren 11 Untersuchungen wurden eingeleitet, weil die SUB von einer eine Sicherheitsrelevanz für das gesamte Eisenbahnsystem ausging. Die seit einigen Jahren stabile Entwicklung sieht die SUB als Beleg für ein generell hohes Sicherheitsniveau im Verkehrsbereich Schiene.

Weiterhin nur geringe Zahl von Meldungen im Bereich Schifffahrt

In der Schifffahrt gab es laut SUB 45 gemeldete Vorfälle (2016: 46), von denen 14 als Unfälle gewertet wurden, gegenüber 12 im Jahr 2016, der Rest der Meldungen betraf Störungen. Zwei Personen verunglückten tödlich. Im Jahr 2017 wurden keine Sicherheitsuntersuchung eingeleitet, da es keine untersuchungspflichtigen Vorfälle gab, in sieben Fällen wurden aber erste Untersuchungen eingeleitet.

Gleichbleibende Tendenz von Vorfällen bei Seilbahnen

Die Anzahl der gemeldeten Vorfälle im Verkehrsbereich Seilbahnen ist längerfristig praktisch gleichbleibend. Insgesamt wurden 17 Meldungen erstattet, dieselbe Anzahl wie 2016. Im Jahr 2017 ergab sich daher, wie bereits im Jahr davor, keine Notwendigkeit für die SUB, eine Sicherheitsuntersuchung einzuleiten. Es gab keine Todesfälle bei Seilbahnunfällen, jedoch drei schwer und sieben leicht verletzte Personen.

Verkehrsbereich Zivilluftfahrt: Meldungen steigen weiter an

Die Anzahl der an die SUB gemeldeten Vorfälle bei der zivilen Luftfahrt ist auch 2017 wieder deutlich gestiegen, von 1.188 im Jahr 2015, 2.201 im Jahr 2016 auf 3.336 im Berichtsjahr. Die SUB sieht hier vor allem die Auswirkung strengerer Meldepflichten. Die Zahlen der erfassten Vorfälle für 2016 wurden im aktuellen Bericht ergänzt, da seit der Erstellung des Sicherheitsberichts 2016 weitere Vorfälle, insbesondere bei Hänge- und Paragleitern, per Datenbank erfasst wurden. Die SUB verzeichnet für 2017 auch einen starken Anstieg der Meldungen bei Hubschraubern und Motorflugzeugen. Gab es 2016 einen Unfall mit einem Hubschrauber, waren es 2017 sieben. Mögliche Gründe für diesen Anstieg der gemeldeten Unfälle werden noch überprüft, heißt es dazu im Bericht. In diesem Zusammenhang hält die SUB fest, dass die Anzahl untersuchungspflichtiger Vorfälle generell niedrig ist. Sie führt diese Entwicklung auf eine allgemeine, signifikante Verbesserung des Sicherheitsniveaus im Verkehrsbereich Zivilluftfahrt zurück.

2017 wurden 115 Ereignisse als Unfälle eingestuft, gegenüber 107 im Jahr davor. Insgesamt wurden 2017 auch wieder mehr Sicherheitsuntersuchungen eingeleitet, nämlich 19, während es 2016 nur acht waren. Zunehmend werden auch akkreditierte Vertreter für Untersuchungen im Ausland beigezogen, da österreichische Unternehmen vermehrt als Hersteller von Bauteilen in der internationalen Luftfahrt vertreten sind. 2017 unterstützten 67 akkreditierte Vertreter andere Staaten bei Untersuchungen (2016: 23, 2015: 31). (Schluss) sox