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Parlamentskorrespondenz Nr. 690 vom 18.06.2019

Themenfelder:
Bildung
Format:
Parlamentarische Materialien
Stichworte:
Nationalrat/​Anträge

Neu im Unterrichtsausschuss

Sexualunterricht, Umweltbildung, Schülervertretungswahl, Leistungsbeurteilung

Wien (PK) – In mehreren Entschließungsanträgen formulieren ÖVP, SPÖ, FPÖ und NEOS ihre bildungspolitischen Forderungen, die thematisch vom Sexualkundeunterricht bis zur Leistungsbeurteilung reichen.

Sicherung objektiver Sexualkunde

Eine altersgerechte und weltanschaulich neutrale Sexualerziehung wollen ÖVP und FPÖ durch Ausschluss externer Vereine aus dem Sexualkundeunterricht sicherstellen. Das verdeutlichen Rudolf Taschner (ÖVP) und Wendelin Mölzer (FPÖ) in einem gemeinsamen Antrag (911/A(E)), wonach die Verantwortung für die Sexualpädagogik an Schulen zur Gänze den LehrerInnen zu übertragen sei. Die SPÖ wiederum will externe Anbieter und Beratungsstellen eingehend geprüft und akkreditiert wissen, bevor sie zum sexualpädagogischen Schulunterricht zugelassen werden (925/A(E)). Eine ausreichende Finanzierung zeitgemäßer Bildungsangebote zu den Themen Sexualität, Verhütung und Schwangerschaftsabbruch sei sicherzustellen.

Auslöser beider Anträge waren Medienberichte über Aufklärungskurse des Sexualkundepädagogik-Vereins "Teenstar", in denen den SchülerInnen altmodische Rollenbilder sowie negative Zugänge zu Homosexualität und Abtreibung vermittelt wurden.

Stärkung der Umweltbildung

Angesichts des Klimawandels machen sich die NEOS für eine Intensivierung der Umweltbildung an Schulen stark. In seinem Antrag (899/A(E)) skizziert Douglas Hoyos-Trauttmansdorff mehrere Maßnahmen zur Vermittlung von Wissen über umweltverträgliches Handeln. In der Lehreraus- und Fortbildung seien die Themen Klimagerechtigkeit, Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu verankern, ein umweltfreundlicher Schulalltag solle an jedem Standort durch eine/n Umweltbeauftragte/n gesichert werden und alle Schulen hätten an einer österreichweiten Projektwoche "Umwelt" teilzunehmen.

Demokratisierung der SchülerInnenvertretungswahl

Die SPÖ kritisiert Demokratiedefizite bei der Zusammensetzung der Bundesschülervertretung, also der Interessensvertretung aller SchülerInnen Österreichs. Beispielsweise würden LandesschulsprecherInnen für verschiedene Schulformen ohne einen zusätzlichen Wahlvorgang in die Bundesschülervertretung (BSV) entsendet. Die Wahl der Bundesschulsprecherin oder des Bundesschulsprechers obliege einzig den Mitgliedern des BVS-Gremiums. Eva Maria Holzleitner und Sonja Hammerschmid schlagen deswegen vor, das Wahlrecht der Schülervertretung mittels einer "kleinen Direktwahl" demokratischer zu machen. Der Kreis der Wahlberechtigten steigere sich dadurch um ein Vielfaches, wie die AntragstellerInnen ausführen (922/A(E)).

Ermöglichung alternativer Benotung an Volksschulen

Die Möglichkeit, in den ersten drei Volksschulklassen anstatt von Ziffernnoten alternative Beurteilungsformen anzuwenden, müsse es wieder geben, appellieren die NEOS an die Regierung (893/A(E)). Seit dem Vorjahr sind Ziffernnoten ab der zweiten Volksschulklasse verpflichtend. Gegen diese Reglung gebe es viel Widerstand bei LehrerInnen und Eltern, zeigt Hoyos-Trauttmansdorff auf. Alternative Beurteilungssysteme seien zeitgemäßer und entsprächen eher einer kompetenzorientierten Lernkultur, zitiert der Antragsteller aus dem Nationalen Bildungsbericht. (Schluss) rei