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Parlamentskorrespondenz Nr. 859 vom 22.08.2019

Themenfelder:
Sport
Format:
Parlamentarische Materialien
Stichworte:
Nationalrat/​Bericht/​Doping/​NADA

Neu im Sportausschuss

Jahresbericht der Nationalen Anti-Doping Agentur

Wien (PK) – Die Nationale Anti-Doping Agentur (NADA Austria) nahm im Jahr 2018 insgesamt 2.934 Dopingproben ab und ahndete elf Anti-Doping-Verstöße. Das geht aus dem aktuellem Jahresbericht der NADA Austria (III-315 d.B.) hervor, den Geschäftsführer Michael Cepic dem Nationalrat vorgelegt hat.

Häufigste Kontrollen bei Skisport, Fußball und Radsport

Im Zuge des "Nationalen Programms" wurden 2018 von den heimischen SportlerInnen 2.215 Proben gezogen, was einer minimalen Steigerung von 1% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Davon stammten 1.261 Urin- und 490 Blutproben von Trainingskontrollen, 369 Urin- und 95 Blutproben wurden während eines Wettkampfs abgenommen. Am meisten kontrolliert wurde im Skilauf (Nordisch sowie Alpin), im Fußball, Radsport, außerdem im Pferdesport sowie beim Eishockey.

Zudem führt die NADA Austria von nationalen und internationalen Veranstaltern bestellte Kontrollen durch - 2018 waren es 719 an der Zahl - vor allem aus den Bereichen Skilauf und Radsport. Die 541 Urin- und 178 Blutproben bedeuteten einen Rückgang um rund 30% im Vergleich zum Vorjahr, was auf die wenigen 2018 in Österreich stattgefundenen Großveranstaltungen zurückzuführen ist.

Sanktionen in elf Fällen

2018 wurden elf Verfahren gegen Anti-Doping-Verstöße abgeschlossen. Die jeweiligen österreichischen SportlerInnen wurden mit Sperren zwischen sechs und 48 Monaten sanktioniert.

Rückläufig sind weiterhin die Anträge auf medizinische Ausnahmeregelungen für Medikamenten-Einnahmen. Ein solcher Antrag muss von erkrankten SportlerInnen gestellt werden, wenn eine medikamentöse Behandlung mit einer verbotenen Substanz alternativlos ist. 2018 wurden 35 dieser Anträge gestellt, im Jahr 2017 waren es 40. Durch die Verkleinerung des Nationalen Testpools – aktuell besteht es aus rund 500 EinzelsportlerInnen – geht die NADA davon aus, dass die Anzahl weiterhin auf niedrigem Niveau bleibt.

Die NADA Austria verfolgt neben ihrer Kontrolltätigkeit und dem Schutz der Rechte auf einen sauberen und fairen Sport auch eine intensive Präventionsarbeit mit Schwerpunkt auf Nachwuchs- sowie Leistungssport und führte 2018 101 Vorträge und Schulungen durch. Durch die Informations- und Präventionstätigkeit sollen die nötigen Kompetenzen für eigenverantwortliche Entscheidungen vermittelt werden. Im Vorjahr wurde die NADA vom Rechnungshof geprüft, mit Ende 2018 startete ferner eine externe Studie zur Wirksamkeit der Präventionsmaßnahmen, konkret zur Anti-Doping-Akademie und zum Schulprogramm der NADA.

In Zukunft will die Nationale Anti-Doping-Agentur das Thema Doping bzw. den Substanzmissbrauch verstärkt auch im Breiten- und Freizeitsport in den Fokus nehmen. 2018 wurde eine Aufklärungs- und Informationskampagne in Fitnesscentern ins Leben gerufen, die weiter ausgebaut werden soll. In den kommenden Jahren will sich die NADA auch stärker der Gewährleistung der Unabhängigkeit von Dopingkontrollprogrammen widmen.

Welt-Anti-Doping-Code in Überarbeitung

Die Nationale Anti-Doping Agentur Austria GmbH besteht seit 2008 und hat ihren Sitz in Wien. Im Jahr 2018 hat die Organisation elf MitarbeiterInnen beschäftigt. Zudem führten im Vorjahr 99 fallweise Beschäftigte Doping-Kontrollen im Auftrag der NADA Austria durch.

Per Gesetz hat die NADA als unabhängige Dopingkontrolleinrichtung die Aufgabe der umfassenden Anti-Doping Arbeit im Sport. Grundlage dafür ist der Welt-Anti-Doping-Code, ein weltweit gültiges Regelwerk von Anti-Doping-Bestimmungen, der von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) herausgegeben wird. Derzeit wird dieser überarbeitet. Im November 2019 sollen die reformierten Regelwerke beschlossen werden und ab 2021 in Kraft treten. Voraussichtlich werden damit Standards für das Ergebnismanagement und für die Präventionsarbeit etabliert. (Schluss) fan