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Parlamentskorrespondenz Nr. 1242 vom 20.12.2019

Themenfelder:
Kultur/​Kunst
Format:
Parlamentarische Materialien
Stichworte:
Nationalrat/​Berichte/​Kultur/​Kunst

Bund förderte 2018 Kunst und Kultur mit rund 437,55 Millionen Euro

Kunst- und Kulturbericht 2018 gibt Auskunft über Vielzahl an Fördermaßnahmen

Wien (PK) – Die umfangreiche Tätigkeit der Sektion für Kunst und Kultur im Bundeskanzleramt beruht auf einer Reihe von gesetzlichen Regelungen. Um größtmögliche Transparenz über den Einsatz der Fördermittel zu erreichen, schlüsselt der jährlich erstellte Kunst- und Kulturbericht die Unterstützungsleistungen des Bundes für Kunst und Kultur in Österreich im Detail auf. Laut dem Kunst- und Kulturbericht 2018 (III-59 d.B.) ist demnach das Kulturbudget 2018 gegenüber dem Jahr davor nur leicht angestiegen. Während es 2017 bei rund 435,12 Mio. € lag, stellte der Bund 2018 insgesamt rund 437,55 Mio. € für Kunst und Kultur zur Verfügung. Davon flossen allein rund 91,66 Mio. € auf Basis des Kunstförderungsgesetzes (2017: 90,3 Mio. €).

Um eine Vergleichbarkeit des Budgets für die einzelnen Bereiche über die Jahre hinweg zu gewährleisten, schlüsselt der Kunst- und Kulturbericht die Förderungen nach der auch von der Statistik Austria und den Bundesländern verwendeten LIKUS-Systematik (Länderstatistik Kulturinitiative) auf. Wie dem Bericht zu entnehmen ist, blieb die Mittelverteilung in den Sparten weitgehend gleich. Die zusätzlichen Budgetmittel betrafen vor allem die Investitionen für das Haus der Geschichte Österreich sowie eine Sonderzahlung an die Wiener Konzerthausgesellschaft. Die Schwankungen in anderen Bereichen hatten zumeist rein administrative bzw. finanztechnische Ursachen.

Demnach flossen 2018 die Mittel des Kunst- und Kulturbudgets nach LIKUS-Kategorien aufgeschlüsselt in folgender Verteilung: Museen, Archive, Wissenschaft erhielten 107.334.423,08 €. Baukulturelles Erbe und Denkmalschutz wurden mit 30.873.894,12 € gefördert, Heimat- und Brauchtumspflege mit 505.000 €. Im Bereich der Literatur flossen 10.579.084,03 € in vielfältige Unterstützungsmaßnahmen (Förderungen für Vereine, Veranstaltungen und Projekte, Publikationsförderung, Stipendien und Prämien, Literaturübersetzung und Preise). Das Bibliothekswesen wurde mit 35.484.609,51 €, der Bereich Presse mit 896.007 € gefördert.

Zu den besonders großen Förderbereichen zählen die Musik mit 10.080.011,69 €, die darstellende Kunst mit 181.985.541 € sowie Bildende Kunst und Fotografie mit 9.548.305,13 €. Für Film, Kino und Medienkunst stellte der Bund im Jahr 2018 insgesamt 26.982.184,44 € bereit. An Kulturinitiativen gingen 4.569.480 €, für internationalen Kulturaustausch wurden 1.960.300,34 € aufgewendet. In Festspiele und Großveranstaltungen flossen 15.107.470 €. Für soziale Maßnahmen wendete der Bund 1.640.907,20 € auf, was in Summe ein Kunst- und Kulturbudget von 437.547.217,54 € ergab.

Besuchszahlen der Bundesmuseen entwickeln sich positiv

Einer der wichtigsten Förderbereiche sind die Bundesmuseen, die als wissenschaftliche Anstalten öffentlichen Rechts laut Bundesmuseen-Gesetz 2002 vollrechtsfähig sind. Dazu zählen die Albertina, das Kunsthistorische Museum mit dem Weltmuseum Wien und dem Theatermuseum Wien (KHM-Museumsverband), die Österreichische Galerie Belvedere, das MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst, das Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien – mumok, das Naturhistorische Museum Wien (NHM), das Technische Museum Wien mit der Österreichischen Mediathek (TMW) und die Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB). Sie erhielten 2018 eine Basisabgeltung von 112,88 Mio. €, zudem flossen über Investitionsprogramme 15,46 Mio. €. Die Entwicklung der Besuchszahlen verlief weiterhin positiv, über den Zeitraum von acht Jahren stieg die Zahl der BesucherInnen um 55 %, von 4.170.818 Personen im Jahr 2010 auf 6.462.074 BesucherInnen im Berichtsjahr.

Förderung des Theaters und des österreichischen Films

Der Bund trägt sehr wesentlich dazu bei, die darstellende Kunst in Österreich zu fördern. Das geschieht nicht zuletzt durch die Basisförderung für die Bundestheater-Holding GmbH. Diese bildet gemeinsam mit ihren vier Tochtergesellschaften – Burgtheater GmbH, Wiener Staatsoper GmbH, Volksoper Wien GmbH und ART for ART Theaterservice GmbH – den größten Theaterkonzern der Welt. Von der Holding wurden 2018 insgesamt 170,38 Mio. € an Basisförderung abgerufen.

Der Bundestheater-Konzern beschäftigt 989 KünstlerInnen und 1.052 technische MitarbeiterInnen und unterhält sieben Spielstätten, die Opernschule, die Ballettakademie und die Chorakademie der Wiener Staatsoper. Die Spielzeit 2017/18 brachte 1.618 Vorstellungen, 40 Neuproduktionen und 153 Werke im Repertoire, die von 1.306.052 Personen besucht wurden. Der Gesamtertrag 2017/18 betrug € 266,6 Mio., die Umsatzerlöse € 76,3 Mio.

Zusätzlich fördert die Sektion für Kunst und Kultur österreichweit eine Vielzahl an freien Theatern, großen Privattheatern und das Theaterschaffen im Allgemeinen. Gefördert werden die Jahresprogramme der Theater mit 17,39 Mio. €. Davon gingen 6,7 Mio. € an das Theater in der Josefstadt, 5,1 Mio. € an das Volkstheater Wien. Zudem wurden einzelne Projekte und Produktionen von Schauspiel-, Tanz-, Musiktheater und Performance-Gruppen mit 1,45 Mio. € gefördert.

Der Kunst- und Kulturbericht berichtet auch, dass die Förderung des innovativen Films und des österreichischen Kinos 2018 auf Erfolge verweisen konnte. Eine Reihe der vom Bundeskanzleramt oder vom Österreichischen Filminstitut (ÖFI) geförderten österreichischen Filme wurde mit Preisen ausgezeichnet. Das ÖFI wurde 2018 mit 20,3 Mio. € unterstützt. Besondere Anstrengungen wurden zudem unternommen, um den künstlerischen Nachwuchs zu fördern und Frauen zu unterstützen, sich in der Filmwirtschaft zu etablieren, heißt es im Bericht.

Gender Budgeting in der Kunst- und Kulturförderung

Um die Frage nach der Geschlechtergerechtigkeit bei der Verteilung der Kunstförderungsmittel zu beantworten, werden seit dem Jahr 2007 finanzielle Transferleistungen, die direkt an einzelne Künstlerinnen und Künstler gehen, nach genderbezogenen Kriterien ausgewertet. Das umfasst sowohl Stipendien und Projekte als auch Zahlungen für Kunstankäufe, Preise und Prämien. Zusätzlich wird die Besetzung von Beiräten und Jurys, die in der Kunstförderung aktiv sind, gegendert erhoben.

Während das Verhältnis Männer/Frauen in den einzelnen Abteilungen und Sparten variiert, ergibt sich laut Kunst- und Kulturbericht über die gesamte Auswertung hinweg gerechnet ein recht ausgewogenes Bild. Im Jahr 2018 gab es demnach insgesamt 1.384 Finanzierungen von Einzelpersonen mit einem Gesamtaufwand von 7.686.319 €. Davon gingen 666 Finanzierungen (48 %) an Männer, 718 Finanzierungen (52 %) an Frauen. Pro Finanzierung wurden für Männer durchschnittlich 5.596 €, für Frauen 5.514 € aufgewendet. (Schluss) sox