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Parlamentskorrespondenz Nr. 797 vom 11.07.2020

Themenfelder:
Parlament allgemein
Format:
Vermischtes
Stichworte:
Parlament/​Srebrenica/​Sobotka

Nationalratspräsident Sobotka: Stimme der Überlebenden des Massakers von Srebrenica hören

Völkermord in Srebrenica vor 25 Jahren ist auch Wunde in der europäischen Geschichte

Wien (PK) – "Srebrenica ist eine Wunde in vielen Familien der über 8.000 bosnischen Muslime, die in den Julitagen vor 25 Jahren grausam ermordet wurden", so Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka zum Gedenken des Völkermordes in Srebrenica im Jahr 1995. "Es ist auch eine Wunde in der europäischen Geschichte, die noch nicht verheilt ist. Das Gedenken an die Gräuel des Bosnienkrieges muss daher auch eine Mahnung sein, die Opferfamilien zu unterstützen und die dringend notwendige Versöhnungsarbeit in der Region fortzusetzen", erklärt der Nationalratspräsident.

Der Völkermord in Srebrenica vor 25 Jahren während des Bosnienkriegs gilt als das schwerste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Im Juli 1995 wurden rund 8.000 Menschen - fast ausschließlich Buben und Männer - in der ostbosnischen muslimischen Enklave von bosnisch-serbischen Soldaten brutal ermordet.

"Srebrenica ist eine Zäsur in der jüngeren Zeitgeschichte und ein Zivilisationsbruch, dessen Folgen heute noch spürbar sind", so Sobotka weiter. "Die europäische Perspektive eröffnet den Ländern des Westbalkans die Chance auf einen dauerhaften Frieden unter dem Dach der Europäischen Union. Das österreichische Parlament unterstützt die Staaten der Region auf dem Weg in Richtung EU, etwa mit dem Stipendienprogramm für die Parlamentsverwaltungen des Westbalkans, das in diesen Tagen zum zweiten Mal ausgeschrieben wurde", hebt der Nationalratspräsident hervor.

Der Weg zur Aussöhnung am Westbalkan könne nur über den Dialog gehen, betont Sobotka: "Dabei ist es wesentlich, die Stimme der Überlebenden des Massakers von Srebrenica zu hören. Emir Suljagić ist einer von ihnen. Seine Geschichte beginnt mit den Worten: 'Ich habe überlebt. Ich hätte einen beliebigen Namen haben können, Muhamed, Ibrahim, Isak, das ist nicht wichtig, ich habe überlebt, viele haben es nicht. (...) Zwischen ihrem Tod und meinem Dasein gibt es keinen Unterschied, weil ich in einer Welt weiterlebe, die dauerhaft, unwiederbringlich von ihrem Tod gekennzeichnet ist.'" (Schluss) red