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Parlamentskorrespondenz Nr. 840 vom 29.07.2020

Themenfelder:
Verkehr/​Umwelt/​Wirtschaft
Format:
Parlamentarische Materialien
Stichworte:
Nationalrat/​Berichte/​Gewessler

Infrastruktur für vernetzte Fahrzeuge wird 2020 großflächig ausgerollt

Aktueller Verkehrstelematikbericht informiert über Stand des Ausbaus von intelligenten Verkehrssystemen

Wien (PK) – Verkehrstelematik bezeichnet die praktische Anwendung der Digitalisierung im Bereich der Mobilität. Ziel ist der Aufbau von so genannten intelligenten Verkehrssystemen (IVS, auch Intelligent Transport Systems, ITS) zur besseren Steuerung und Optimierung des öffentlichen Verkehrs. Die ITS Austria ist die Plattform der österreichischen IVS-Akteure, unter denen die öffentliche Hand eine zentrale Rolle einnimmt. Ein jährlicher Bericht informiert den Nationalrat über den aktuellen Stand der Aktivitäten im Bereich der intelligenten Verkehrssysteme in Österreich.

Der von der AustriaTech als zuständiger Agentur des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) erstellte Verkehrstelematikbericht 2020 (III-152 d.B.) orientiert sich an den Schwerpunkten des im Oktober 2018 veröffentlichten Arbeitsprogramms der ITS Austria. Im Mittelpunkt stehen dabei die Initiativen und Projekte, die 2019 zur Weiterentwicklung eines intelligenten Verkehrssystems in Österreich beigetragen haben. Der Bericht stellt neben den organisatorischen auch die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen der Entwicklung intelligenter Verkehrssysteme vor.

Intelligente Verkehrssysteme sollen umweltfreundliche Mobilität fördern

Auf die Wichtigkeit des Ausbaus der digitalen Verkehrsinfrastruktur als Voraussetzung für den Einsatz von intelligenten Verkehrsservices weist Verkehrsministerin Leonore Gewessler in ihrem Vorwort zum Verkehrstelematikbericht 2020 hin. Nur auf diese Weise werde ein einfacher und komfortabler Zugang zu einem umweltfreundlichen und integrierten Verkehrssystem für die BürgerInnen und die österreichischen Wirtschaft ermöglicht, betont die Verkehrsministerin. Eine wesentliche Rolle spielt dabei laut Gewessler eine möglichst genaue, umfassende Verkehrsinformation. In den vergangenen Jahren sei im Bereich der multimodalen Verkehrssysteme in Österreich viel erreicht worden. Gewessler hebt dabei die Verkehrsauskunft Österreich (VAO) als in Europa beispielhaften IVS-Dienst hervor.

Infrastruktur für vernetzte Fahrzeuge wird heuer ausgerollt

Ein wichtiges Zukunftsthema im Verkehr sind die kooperativen ITS Dienste (C-ITS), bei denen vernetzte Fahrzeuge untereinander und mit der Infrastruktur Daten und Informationen austauschen. Hierzu werden als erster Schritt aktuell die entsprechende Infrastruktur und die dazugehörigen Informationsdienste auf dem hochrangigen Straßennetz ausgerollt. Obwohl es zu diesem Zeitpunkt noch keine einheitlichen EU-Spezifikation zu vernetzen Fahrzeugen (C-ITS) gibt, erfolgte bereits 2019 die Markteinführung von C-ITS in Serienfahrzeugen und in Verkehrsinfrastrukturen, informiert der Bericht. Um in Österreich die europäisch-harmonisierte Implementierung von ersten C-ITS-Anwendungen sicherzustellen, wurde die koordinierte C-Roads-Plattform eingerichtet, die als konsolidierende Schnittstelle zwischen Pilotprojekten, der Europäischen Kommission und externen Stakeholdern fungiert.

Bei österreichischen Pilotprojekten zu vernetzten Fahrzeugen wurden laut dem Verkehrstelematikbericht 2019 bereits wesentliche Fortschritte erzielt. Eine Pilotstrecke bei Graz wurde über eine gesonderte Ausschreibung mit entsprechender Infrastruktur ausgestattet. Der großflächige Rollout auf der österreichischen Infrastruktur durch die ASFINAG hat heuer begonnen. Bis Ende des Jahres sollen die ersten Abschnitte des hochrangigen Straßennetzes mit C-ITS-Technologie ausgestattet sein und der Prozess noch 2021 abgeschlossen werden.

Multimodale Reiseinformationsdienste werden ausgebaut

Laut den Plänen der EU sollen multimodale, harmonisierte und kompatible Reiseinformationsdienste EU-weit umgesetzt werden. Das Projekt "PRIO Austria" unterstützt die Implementierung der entsprechenden EU-Verordnung in Österreich. Im Jahr 2019 wurde daher der nationale Zugangspunkt für die Bereitstellung von Daten und Diensten erweitert. Weiters wurden Informations- und Arbeitstreffen mit relevanten Akteuren abgehalten, um diese bei der Umsetzung der Anforderungen der Verordnung zu unterstützen.

Das Projekt LinkingDanube zur Umsetzung grenzüberschreitender Reiseinformationsdienste auf regionaler Ebene wurde 2019 abgeschlossen. Zur Weiterentwicklung des Konzepts in Mitteleuropa startete Ende 2019 das Projekt LinkingAlps. Ziel von LinkingAlps ist es, einen operativen, standardisierten Austausch von Reiseinformationen zwischen den Auskunftssystemen der Betreiber von Bahn und öffentlichem Verkehr zu schaffen.

Mobilität als Service – integrierte Verkehrslösungen als Ziel

Ein Thema, dem die ITS Austria vermehrt ihre Aufmerksamkeit widmet, ist "Mobilität als Service" (Mobility as a Service, MaaS). Darunter wird eine zukunftsweisende Form der Regelung von Mobilitätsangeboten und des Zugangs zu diesen Angeboten verstanden. Hier wird Handlungsbedarf gesehen, da immer mehr private "Mobilitätsintegratoren" entstehen. Deren Dienste sind jedoch meist stark LKW-lastig sind und es fehlt eine Integration des öffentlichen Verkehrs. Die ITS Austria setzte 2019 einen Schwerpunkt "MaaS made in Austria" unter dem Gesichtspunkt des öffentlich (mit-)finanzierten Verkehrs. In einer Arbeitsgruppe wurden die Anforderungen an ein solches System definiert sowie der Zugang zu Daten und Diensten, inklusive der dazugehörigen Schnittstellen, beschrieben. Der Bericht hebt in diesem Zusammenhang auch die beiden 2019 gestarteten Leitprojekte hervor, ULTIMOB und DOMINO, die durch die Ausschreibung "Mobilität der Zukunft – Personenmobilität" gefördert wurden. Beide Förderprojekte beschäftigen sich mit integrierten Mobilitätslösungen und werden diese in verschiedenen Pilot-Regionen in Österreich testen. (Schluss) sox