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Parlamentskorrespondenz Nr. 120 vom 08.02.2021

Themenfelder:
Parlament allgemein/​Arbeit/​Technologie
Format:
Vermischtes
Stichworte:
Parlament/​Arbeit/​Inklusion/​Digitalisierung

Parlament: Initiativen für eine inklusive Arbeitswelt stellen sich vor

Menschen mit Behinderungen beim Eintritt ins Berufsleben und als ExpertInnen im digitalen Bereich

Wien (PK) – Drei internationale Initiativen zum Thema Arbeit - Inklusion – Informationstechnologie stellten sich heute im Rahmen der virtuellen Auftaktveranstaltung zur Zero-Project-Konferenz 2021 im Parlament vor. Den Präsentationen folgten Diskussionen mit den ProjektleiterInnen der Initiativen und zahlreichen ExpertInnen sowie VertreterInnen von "Zero Project" und der Sinnbildungsstiftung.

Irland: Inklusion von Menschen mit Lernbehinderungen ins Berufsleben

Wie kann der Eintritt von Menschen mit geistiger Behinderung in die reguläre Beschäftigung gelingen? Das Geschäftsmodell des Trinity Centre for People with Intellectual Disabilities (Dublin) beruht auf einem Modell der Partnerschaft zwischen Förderern und Partnern, die das Programm finanzieren, aktuell sind es 36 Businesspartner aus verschiedenen Sektoren. AbsolventInnen des Colleges sollen nach einem Praktikum in einem Betrieb in Fixanstellung übernommen werden. CEO Marie Devitt verwies darauf, dass eine staatliche Finanzierung des "TCPID Graduate Internship Programme" unabdingbar sei, die Unternehmen würden ergänzende Finanzierung leisten.

Das Zweijahresprogramm für StudentInnen mit geistiger Behinderung sieht an vier Tagen pro Woche 22 Module vor. Danach sollen sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten gefunden werden, man konzentriert sich dabei auf Stärken und nicht auf Defizite. Arbeiten sind z.B. am Empfang, im Eventmanagement, im Gebäudemanagement oder bei der Post. Durch bezahlte Praktika werden wichtigste Fähigkeiten entwickelt. Maximal 20 Stunden pro Woche sind vorgesehen, freiwillige MentorInnen im Betrieb unterstützen die ArbeitnehmerInnen mit Behinderung. Diese sind stolz, arbeiten zu dürfen, die Arbeit vermittelt ihnen das Gefühl der Zugehörigkeit. Für 12 AbsolventInnen wurde seit 2017 eine permanente Beschäftigung gefunden.

Steiermark: Neue Lern- und Begegnungswelten in ländlichen Regionen

UnternehmerInnen, vor allem Handwerksbetriebe, suchen händeringend nach Lehrlingen. Auf der anderen Seite steigt die Jugendarbeitslosigkeit. Die aktuelle COVID-19 Pandemie verschlimmert die Situation für chancenbenachteiligte junge Menschen zwischen 11 und 25 Jahren speziell. Das Projekt "Neue Lern- und Begegnungswelten" schafft innovative Lern-Räume in mobilen Containern, die in ländlichen Regionen in der Steiermark Jugendliche und regionale Unternehmen zum gemeinsamen Lernen vernetzen. Jede Box repräsentiert dabei eine Berufswelt. Das Projekt ist eine Kooperation der Regionalentwicklungsagentur Zeitkultur Oststeirisches Kernland mit der Chance B-Gruppe. Das Projekt sollte möglichst "kurios" und für die Jugendlichen ansprechend sein, so Projektpräsentator Michael Longhino von Chance B. Zudem will man damit der Abwanderung aus dem ländlichen Raum entgegenwirken. Das Projekt kommt zu den Jugendlichen, daher gibt es keine Hindernisse bei mobilen Einschränkungen, so Präsentatorin Erika Reisenegger.

Projektziele sind die Stärkung der Berufswahl- und Selbstkompetenz und damit ein Rückgang von Praktikums- und Ausbildungsabbrüchen, die Entwicklung von positiven Erfahrungswerten sowie ein erleichterter Zugang zu potenziellen ArbeitgeberInnen bzw. Lehrlingen.

Kanada: Plattform zur Überprüfung der Barrierefreiheit

Menschen mit Behinderungen als ExpertInnen: In Kanada können Unternehmen im Projekt "Fable Tech Lab" mit Menschen mit Behinderungen zusammenarbeiten. Die Unternehmen haben dabei Zugang zu Menschen mit Behinderungen als ExpertInnen für ihre Onlinepräsenz. Das Projekt funktioniert auf Abo-Basis, Unternehmen nehmen ein Abo, wenn sie Wert auf barrierefreie digitale Präsentationen legen.

"Fable" möchte die digitale Trennlinie zwischen UserInnen mit und ohne Behinderungen lösen. Alle Menschen sollen zur Onlinepräsenz von Unternehmen Zugang haben. Im Fable Crowdtesting können sich Unternehmen mit ExpertInnen mit Behinderungen zusammenschließen, die ihre Produkte testen. Jeder Tester bzw. jede Testerin erhält dabei eine faire Belohnung für seine Tätigkeit.

"Wenn wir von Barrierefreiheit sprechen, sprechen wir von vollwertiger Teilhabe", so Abid Virani, CEO von Fable Tech Lab. Menschen mit Behinderungen sollten eine sinnvolle Arbeit haben. Er wies auch auf die Pandemie als beschleunigendes Element für die Notwendigkeit von barrierefreien digitalen Angeboten hin.

Auch das Parlament sei verpflichtet, Standards auf barrierefreier Ebene einzubeziehen, betonte Parlamentsdirektor Harald Dossi in seinen Abschlussworten. Auch die Einbeziehung der Abgeordneten sei entscheidend. Das Hohe Haus stehe offen für weitere Veranstaltungen auf diesem Sektor. (Schluss) ibe

HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung sowie eine Rückschau auf vergangene Veranstaltungen finden Sie auf der Website des Parlaments. Eine Aufzeichnung der Veranstaltung ist als Video-on-Demand in der Mediathek des Parlaments verfügbar.