1107/AB-BR/96

In Beantwortung der schriftlichen parlamentarischen Anfrage Nr. 1195/J-BR betreffend ausländische Direktinvestitionen, welche die Bundesräte DDr. Königshofer und Dr. Kapral am 9. Juli 1996 an mich richteten und aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit in Kopie beigelegt ist, stelle ich fest:

Antwort zu Punkt 1 der Anfrage:

Die ausländischen Direktinvestitionen in Österreich hatten 1992 bis 1995 folgenden Umfang in Mrd.öS:

1992 1993 1994 1995

Brutto-Neuinvestitionen 11,1 12,9 16,6 17,6

Netto-Neuinvestitionen 10,3 11,4 15,0 5,3

Antwort zu den Punkten 2 und 3 der Anfrage:

Der EU-Beitritt hat zweifellos große Bedeutung für die ausländischen Direktinvestitionen, auch wenn dies nicht unbedingt 1995 sichtbar wurde. Nach einer Stagnation der ausländischen Direktinvestitionen in den 80er Jahren, gingen sie zwischen 1989 und 1991 deutlich zurück, was vor allem auf die ungeklärten Beziehungen Österreichs zur EU zurückzuführen ist. Mit der Intensivierung der Integrationsbemühungen setzte 1992 wieder eine rege Investitionstätigkeit ausländischer Unternehmer ein, die bis 1994 anhielt. Da die Neuinvestitionen 1995 weiter anstiegen und die Desinvestitionen ebenfalls bedeutend höher waren als zuvor.- kann man daraus schließen, daß die Attraktivität Österreichs als Standort ausländischer Unternehmen nicht geringer geworden ist, die allgemeine wirtschaftliche Situation aber manche Unternehmen zum Rückzug zwingt. Jedenfalls ist feststellbar, daß durch den EU-Beitritt die Bedeutung des Wirtschaftsstandortes Österreich zugenommen hat.

Antwort zu Punkt 4 der Anfrage:

Die regionale Aufteilung ist nur für die Nettoinvestitionen vorhanden. Die Aufteilung der Bruttoinvestitionen darf allerdings als dem sehr ähnlich angenommen werden. Im Vergleich zu Vorjahrswerten sanken die Investitionen aus anderen EU-Ländern und besonders stark auch aus außereuropäischen Ländern. Investitionen aus Osteuropa blieben in etwa gleich, besonders stark stiegen sie aus europäischen Nicht-EU-Mitgliedstaaten.

Nettoinvestitionen 1995 nach Herkunftsland in Mrd.ÖS

EU 15 3.0 restl. Europa 1.7

Deutschland -1.0 davon Norwegen 0.3

Italien 0.4 davon Schweiz 1.4

Niederlande 2.7 Osteuropa (v.a. Ungarn) 0.1

Belgien & Luxemburg -0.3 sonstige Länder 0.5

Frankreich 0.1 davon USA -0.3

Großbritannien 0.5

Schweden 0.2

Finnland 0.4

Quelle: 0eNB, vorläufig revidierte Zahlungsbilanzdaten

Antwort zu Punkt 5 der Anfrage:

In den ersten fünf Monaten des heurigen Jahres beliefen sich die Neuinvestitionen brutto auf 17,2 Mrd.öS - das ist fast dreimal so viel wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres - und netto auf 1..5,9 Mrd.öS, was dem dreifachen Wert der Investitionen des Gesamtjahres 1995 entspricht. Das deutet darauf hin, daß sich die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Österreich durch EU-Beitritt und Ostöffnung gefestigt hat.

Eine lineare Fortschreibung dieser Zahlen ist nicht möglich, mit ausländischen Direktinvestitionen in Höhe von bis zu 25 Mrd.öS kann im heurigen Jahr allerdings gerechnet werden. Eine günstige Konjunkturentwicklung vorausgesetzt, kann auch in den kommenden Jahren mit einem hohen Niveau an ausländischen Investitionen in Österreich gerechnet werden.