1390/AB - BR BR
 
Die Bundesräte Mag. Gudenus, Eisl und Kollegen haben am 7.10.1998 an mich eine
schriftliche Anfrage mit der Nr. 1504/J - BR/98 betreffend "Forcierung der Biomasse
für Heizzwecke" gerichtet. Ich beehre mich diese wie folgt zu beantworten:
 
ad 1 und 2

 
Im Rahmen der verstärkten Ausrichtung der Umweltförderung im Inland zur Förde -
rung von Klimaschutzmaßnahmen wird auch unter Bedachtnahme auf die große
Verfügbarkeit heimischer Biomasse seit 1997 die Umstellung auf sowie der Aus -
tausch von Biomasse - Heizanlagen schwerpunktmäßig gefördert.
 
Um die Umstellung auf Biomasse weiter voranzutreiben, wurde im Herbst 1997 der
Ökoenergiefonds ins Leben gerufen, in dessen Rahmen insgesamt ATS 150 Mio. -
ATS 75 Mio. aus Mitteln der Umweltförderung im Inland und ATS 75 Mio. aus der
landwirtschaftlichen Förderung - zur Verfügung gestellt werden. Damit wurde nicht
nur die Biomasse - Förderung bundesweit administrativ vereinfacht und harmonisiert,
sondern auch die Unterstützung von bisher nicht ausfinanzierbaren Projekte ermög -
licht.
 
Von Jänner 1997 bis Oktober 1998 wurden insgesamt 78 Projekte mit einem Ge-
samtinvestitionsvolumen von ATS 639,1 Mio. gefördert. Das korrespondierende För -
derungsvolumen aus der Umweltförderung im Inland beträgt ATS 181,9 Mio. (Anteil
der Mittel der Umweltförderung im Inland am Ökoenergiefonds sowie Förderung
sonstiger Biomasseprojekte aus Mitteln der Umweltförderung im Inland). Eine wei -
tere Förderungsausschreibung für Biomasse - Kleinfeuerungsanlagen im Umfang von
ATS 10 Mio., für die mit der Einreichung von mehr als 100 Biomasseprojekten mit
einem Gesamtinvestitionsvolumen von ca. ATS 42,5 Mio. gerechnet wird, steht
unmittelbar vor dem Abschluß.
 
ad 3

 
Die Forcierung erneuerbarer Energieträger ist eine der zentralen Maßnahmen zur
Erreichung der Klimaschutzziele. Dabei werden die erwarteten positiven Effekte auf
den Arbeitsmarkt als zusätzlicher wirtschaftspolitisch wünschenswerter Effekt ge -
nannt. Eine zentrale Rolle bei der Steigerung der erneuerbaren Energieträger wird
der Biomasse zukommen. Auch das Weißbuch der EU betont beispielsweise beson -
ders die verstärkte Nutzung von Biomasse. Während der Anteil aller erneuerbaren
Energieträger verdoppelt werden soll, soll die Nutzung der Biomasse bis 2010 ver -
dreifacht werden.
 
Biomasse, Windenergie und Solarenergie haben das Potential, eine große Anzahl
zusätzlicher Arbeitsplätze zu schaffen. Insgesamt geht die Kommission in ihrem
Weißbuch davon aus, daß in dem noch jungen Industriezweig bis zu 850.000 Jobs
europaweit entstehen könnten. Gerade für die Maßnahmen zur Weiterentwicklung
des ländlichen Raumes haben die positiven Beschäftigungseffekte der forcierten
Biomassenutzung besondere Bedeutung. Im ländlichen Raum bewirken Biomasse -
projekte positive wirtschaftliche Impulse, die auch der Jugend zu Gute kommen und
oft ein Abwandern in Ballungszentren verhindert. Deshalb ist es mir als Jugend - und
Umweltminister ein besonderes Anliegen, im Bereich der forcierten Nutzung der
Biomasse Impulse zu setzen.
 
Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Land - und Forstwirtschaft, dem Bun -
desministenum für Wissenschaft und Verkehr und dem Bundesministerium für Wirt -
schaftliche Angelegenheiten hat daher mein Ressort eine Vorstudie für einen Bio -
energie - Cluster in Österreich beim Industriewissenschaftlichen Institut in Auftrag ge -
geben. In anderen Wirtschaftszweigen haben solche Clusterbildungen bereits zu
positiven Entwicklungen geführt, die sich natürlich auch positiv auf die Arbeitsplätze
auswirken.
 
Die Studie "Bioenergie Cluster Österreich" zeigt auf, daß die Wertschöpfung im ge -
samten Fachbereich Bioenergie derzeit bei etwa ATS 10,0 Mrd. liegt und die Ge -
samtzahl der Beschäftigten etwa 19.000 Personen beträgt.
 
Die Szenarioanalyse bis zum Jahr 2008 ergibt bei gleichbleibenden Rahmenbedin -
gungen nur eine geringfügige Steigerung der gesamten Wertschöpfung. Im besten
Fall jedoch, bei einer laufenden Verbesserung der Rahmenbedingungen, kann bis
zum Jahr 2008 mit einer Verdoppelung der Wertschöpfung auf nahezu ATS 22,0
Mrd. sowie der Steigerung der Beschäftigtenzahl auf insgesamt 43.000 Personen
gerechnet werden.