1592/AB-BR BR
Die schriftliche Anfrage Nr. 17191J - BR/2000, betreffend Lärmbelästigung durch
Motorräder, die die Bundesräte Ing. Grasberger und Kollegen am 18. Juli 2000 an mich
gerichtet haben, beehre ich mich wie folgt zu beantworten:
Zu Frage 1:

Die Grenzwerte des 8 KDV 1967 beziehen sich auf internationale Normen; zumeist
sind dies EU - Richtlinien. Ein nationalstaatliches Verändern von Grenzwerten ist
daher nicht möglich.
Für die Beurteilung der Lärmwirkung ist nicht nur die individuell gemessene
Schallleistung sondern vor allem der energieäquivalente Dauerschallpegel relevant.
Zu Frage 2:

Die in der Einleitung der parlamentarischen Anfrage gegebene Erklärung des
Messvorganges bei Verkehrskontrollen ist nicht richtig. Die Gendarmerie hat weder
die technischen Einrichtungen noch die Aufgabe, die Genehmigungswerte von
Fahrgeräuschen zu überprüfen. Für die Exekutive ist ausschließlich der in den
Zulassungspapieren eingetragene Nahfeldpegel von Bedeutung. Dieser darf um
nicht mehr als 3 dB(A) überschritten werden.
Zu Frage 3:

Seitens der Umweltarbeitsgruppen der Europäischen Union werden Vorschläge für
Grenzwerte ausgearbeitet. Im Augenblick ist kein aktueller Änderungsvorschlag in
Diskussion. Die Zuständigkeit liegt beim Bundesministerium für Land - und
Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft.
Zu Frage 4:

Beim Genehmigungsvorgang ist die Messprozedur so gestaltet, dass Motorräder im
Laufe des Beschleunigungsvorganges auch hohe Drehzahlen durchlaufen. Die große
Problematik bei Motorrädern liegt jedoch nicht im Genehmigungsvorgang sondern in
der zum Teil unerlaubten Manipulation an den Fahrzeugen und im teilweise
ungestümen Verhalten der Motorradlenker.
Zu Frage 5:

Es gibt auf internationaler Seite keine Bestrebungen, Grenzwerte für den
Nahfeldpegel einzuführen, da dieser Wert von der individuellen Konstruktion des
Schalldämpfers abhängt und nicht direkt mit dem Fahrgeräusch korreliert.

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HTML-Dokument erstellt: Sep 15 12:59