BundesratStenographisches Protokoll779. Sitzung / Seite 43

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Etwas, das heute nur ganz leise bei der Kritik von Frau Mühlwerth angeklungen ist, möchte ich schon auch noch betonen: Meines Wissens – und auch nach Google – ist Herr Huber der erste schwarze ÖBB-Chef gewesen und nicht der erste rote ÖBB-Chef (Zwischenruf des Bundesrates Konecny), und viele dieser Probleme, die aufgezählt worden sind, Grundstücksspekulationen und Finanzspekulationen etwa, sind unter Herrn Huber aufgetreten. Das heißt, das geht nicht unbedingt auf diese (in Richtung SPÖ) Seite. Insofern verstehe ich nicht ganz, warum die SPÖ jegliche Kritik an den ÖBB immer mit dem Verweis darauf abtut, dass das nicht sein kann, es seien alle gut und toll. Probleme bei den ÖBB lassen sich nicht wegreden. Das ist nun einmal so. Man muss sie endlich einmal genauer anschauen und versuchen, sie zu lösen.

Ich darf noch einmal ganz kurz auf die Streitigkeiten in Niederösterreich zurückkom­men, die derzeit ganz massiv sind – die Tageszeitungen sind voll damit. Ich würde mir schon wünschen, dass von Frau Ministerin Bures auch einmal ein Wort kommt. Es ist einfach so, Niederösterreich zahlt einfach unterdurchschnittlich wenig an die ÖBB, und wenn da nicht bald eine Lösung gefunden wird, dann wird es im niederösterreichischen Fahrplan nicht 2010, sondern voraussichtlich 2011 massive Einschränkungen geben, denn es geht nicht an, dass Bund und andere Länder ständig querfinanzieren. Dazu würde ich mir wirklich auch von Ihnen einmal ein offenes Wort wünschen, Frau Ministe­rin, und nicht immer nur die Bellerei im Bundesland.

Ich möchte noch ein paar Probleme ansprechen, die es sehr wohl gibt. Es ist so, dass in den letzten Jahren sehr viel vernachlässigt wurde. Ich kenne Bahnhöfe und Wag­gons, die uralt sind. Ich weiß, dass es noch Schnellbahnen aus den Siebzigerjahren gibt – und wer stiege schon in ein Auto aus den Siebzigerjahren ein, das so aus­schaut? Im Prinzip war und ist da sehr viel nachzuholen. In letzter Zeit ist gerade in diesem Bereich erfreulicherweise sehr viel geschehen, und es wird auch noch viel ge­schehen.

Es mangelt wirklich massiv an der Informationspolitik der ÖBB. Das ist immer wieder ärgerlich. Die PendlerInnen lassen sich wirklich viel gefallen. Sie haben kein Problem damit, wenn einmal eine Zeit lang ein Zug ausfällt, später fährt oder sonst etwas; das ist gar nicht das Problem. Mich ärgert aber zum Beispiel immer wieder, dass der Bahn­hof Wien Mitte für ich weiß nicht wie viele Jahre umgebaut wird und es unten nicht ein­mal eine brauchbare Zuganzeigetafel gibt, obwohl von dort Tausende Pendler wegfah­ren. Weiters werden Züge auch noch so verschoben, dass sie nicht mehr von Wien Mitte, sondern nur mehr von Wien Nord abfahren. Wie gesagt, man sieht unten nicht einmal, ob der Zug überhaupt abfährt.

Das sind so Kleinigkeiten, da geht es nicht um das große Geld. Da geht es um Verbes­serungen, die wirklich im Kleinen möglich wären, wenn das Management ein bisschen mehr auf die Beschwerden der PendlerInnen hören würde. (Bundesrat Schennach: Wenn der Fahrgast wirklich Kunde wäre!) – Wenn der Fahrgast Kunde und König wä­re, aber das ist er leider nicht. Man findet unten nicht einmal einen Zugfahrplan. (Bun­desministerin Bures: Das war jetzt aber nicht gegendert! – Bundesrat Schennach: Das war nicht gegendert, Entschuldigung, ja!)

Am Dienstag bin ich zum Beispiel nach den Ausschusssitzungen um 16 Uhr von Wien Mitte nach Korneuburg gefahren. Das war ein Kurzzug, das war „super“. Darin stehst du nämlich ganz eng nebeneinander, umfallen kannst du nicht mehr, und den Schaff­ner braucht man auch nicht mehr, denn der kommt nicht durch. Das ist eine Frechheit! Da muss man vonseiten der ÖBB einfach mehr mitdenken. Dieses Mitdenken muss im ÖBB-Management ganz oben und auch ein Stückchen weiter unten noch gelernt wer­den.

 


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