BundesratStenographisches Protokoll784. Sitzung / Seite 27

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nicht mehr sozial gestaffelt. (Bundesrat Mag. Klug: Ganz genau!) Die G’stopften zah­len das Gleiche wie die Armen. (Bundesrat Mag. Klug: Oh, oje!) Ich will es nur dazu­sagen, das ist nur das Thema. Das heißt, die soziale Staffelung von Selbstbehalten hat schon etwas für sich. – Das ist Punkt eins.

Punkt zwei: Dass das ein Optimierungsprogramm ist, das anerkenne ich auf die Sekun­de, das ist nicht das Thema. Dass Anbieter zusammenwirken sollen, um unnötige Ki­lometerkosten zu vermeiden, da bin ich bei Ihnen. Das ist alles nicht mein Problem. Aber Selbstbehalte nicht mehr sozial zu staffeln, stellt für eine bestimmte Einkommens­gruppe ein gewisses Problem dar.

Ich möchte aber nur ganz kurz noch einmal wiederholen – es wurde schon mehrfach gesagt –: Die Pflegeberufe sind derzeit einer unserer größten Jobmotoren, die wir ha­ben. Und wir werden hier auch nicht nachlassen. Wir werden alles daransetzen, dass das weiterhin so ist. Ich habe zum Beispiel alle AMS-Maßnahmen, die Zusatzausbil­dung, Zusatzqualifikationen und überhaupt Qualifikationskurse betreffen, in diesem Seg­ment mehr oder weniger verdoppelt. Da ist die gesamte Planung von 2008 auf 2009 und 2010 verdoppelt worden.

Wir haben auch eine sehr hohe Vermittlungsquote von 70 Prozent. Die haben nach Kursabschluss sofort einen Job bekommen. Dort, wo wir sogenannte Implacementstif­tungen eingerichtet haben, ist die Vermittlungsquote sogar 96 Prozent, das heißt alle.

Sie werden, wenn Sie Arbeitslosenstatistiken lesen, auch sehen, dass Menschen in die­sem Segment wieder verstärkt arbeitslos werden. Das hat aber nichts damit zu tun, dass hier die Anbieter die Menschen nicht nehmen, sondern: Dadurch, dass wir so wahnsinnig viel in diese Schulungsmaßnahmen und Qualifikationsmaßnahmen inves­tieren, sagen manche Menschen Ja und kommen nach ein paar Monaten darauf, dass es doch nicht das ist, was sie machen wollen.

Das heißt, das ergibt sich durch diesen massiven Druck in diesen Markt hinein. Dadurch steigt natürlich auch die Zahl der Arbeitslosen, weil die Menschen, die einen Kurs ma­chen, die in diesem Bereich zu arbeiten beginnen, nach 6 Monaten teilweise ernüchtert sind, wenn sie sehen, was es heißt, ältere Menschen zu pflegen, zu betreuen.

Wir werden, wie gesagt, weitermachen, es wird hier kein Zurück geben. Wir sind mit den diversen Anbietern, mit den diversen Organisationen unter anderem dabei zu schau­en, wie wir die Ausbildungsmaßnahmen verfeinern können. Wir haben erst vorige Wo­che im Bundesseniorenrat – auch eine Initiative des Bundesseniorenrates; das habe ich geerbt – über die weitere Anerkennung von Berufen gesprochen, um mehr Menschen den Zugang zu diesem Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Auch das wird von unserer Seite jetzt geprüft.

Was wir auch versuchen – und das war der Grund, warum ich mit einem Anbieter diese Woche eine Pressekonferenz gemacht habe –: diesen Arbeitsmarkt als so attraktiv dar­zustellen, dass auch Ältere in diesem Arbeitsmarkt arbeiten wollen und arbeiten kön­nen. Wir haben hier auch ein Qualitätszertifikat im Hintergrund in Ausarbeitung, wo wir schon einmal stationäre Einrichtungen ausgezeichnet haben, die bewusst ältere Arbeit­nehmer beschäftigen, das heißt, erst über 50-Jährige aufnehmen.

Das wird wahrscheinlich auch für die Zukunft gesehen einer der wesentlichsten Punkte sein, dass der Arbeitsmarkt für die über 50-Jährigen, wo wir in den letzten 10 Jahren eine riesige Steigerungsrate der Beschäftigtenzahlen hatten und haben, noch attrakti­ver wird, mit teilweise veränderten Arbeitszeitformen, mit teilweise veränderten Belas­tungsformen. Denn ich glaube, dass es gerade in diesem Arbeitsmarkt möglich ist, dass Menschen, wenn sie attraktivere oder veränderte Arbeitszeitformen haben, mit Gleit­pensionsmodellen und so weiter, in diesem Segment sehr wohl länger arbeiten. Es ist


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