BundesratStenographisches Protokoll784. Sitzung / Seite 107

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umlage in Niederösterreich, die Beiträge an den Bezirksabfallverband gemäß § 34 Ab­fallwirtschaftsgesetz, den Wohnbaufonds in Vorarlberg, den Beitrag für die Tierkörper­verwertung, in Oberösterreich gibt es den Beitrag für den Winterdienst auf Landesstra­ßen mit 600 € pro Kilometer, den Feuerwehrbeitrag – die Erhaltung der Feuerwehren obliegt insbesondere den Gemeinden, aber es gibt den Feuerwehrbeitrag an den Be­zirk –, den Zivilschutzbeitrag, den Pensionsaufwand für die Gemeindeärzte, den Unfall­fürsorgefonds der oberösterreichischen Gemeinden – wahrscheinlich gibt es den auch in anderen Bundesländern –, Beiträge für die Erhaltung der Schulen, der Kindergärten, der Horte, Krabbelstuben, Eltern-Kind-Zentren – die verstärkt errichtet werden, um El­tern bei der Erziehung zu unterstützen –, die Jugendzentren.

Liebe Kolleginnen und Kollegen! Dieser Katalog der Ausgaben ist nicht vollständig (Bun­desrat Kainz: Bei Weitem nicht!), sondern nur ein kleiner Auszug der größeren Bro­cken, wie man so schön sagt.

Und die Steuerverteilung ist ja so: der Bund bekommt 67,8 Prozent, die Länder 20,5 Pro­zent und die Gemeinden 11,7 Prozent. Eine Milliarde mehr an Steuereinnahmen be­deutet zum Beispiel allein für unser Bundesland Oberösterreich 17 Millionen € mehr an Ertragsanteilen für die oberösterreichischen Gemeinden.

Liebe Kolleginnen und Kollegen! Bei den Einnahmen der Gemeinden ist es schon an­ders: Die Gemeinden haben 40 Prozent Ertragsanteile. Davon „leben“ sie, denn gemein­deeigene Steuern sind nur 22 Prozent, weil ja – darüber gab es in der letzten Sitzung des Bundesrates auch eine Debatte – die Getränkesteuer abgeschafft wurde. Noch ein­mal: 22 Prozent gemeindeeigene Steuern und sonstige Einnahmen, Gebühren 38 Pro­zent. – Sie sehen, die Verteilung fällt nicht zugunsten der Gemeinden aus, aber auch aufgrund der Belastungen fehlt den Gemeinden das Geld, um die Schulden tilgen zu können.

Zu den Gemeindeschulden: 77 Prozent der Gemeindeschulden basieren auf Wasserlei­tungs- und Kanalbau, 23 Prozent sind nur normal verzinsten Darlehen, die für Investi­tionen, Zwischenfinanzierungen, Vorfinanzierungen von den Gemeinden verwendet wer­den. – Würden wir die Gemeinden um den Schuldenstand der anderen Bereiche ent­lasten, hätten sie um 23 Prozent – und das ist ein sehr, sehr großer Anteil der Schul­den – weniger Schulden zu tilgen und dementsprechend mehr Geld in ihren ordent­lichen Haushalten zur Verfügung.

Sie sehen also: Weniger Wirtschaftsleistung in den Betrieben führt zu Rückgängen bei den Steuereinnahmen. Mit Mindereinnahmen des Bundes von rund 5 Milliarden € wird gerechnet. Dann heißt es: So, der Staat muss sparen! – Das ist die häufigste Progno­se.

Aber eine rigorose Budgetkonsolidierung hemmt Wachstum und Beschäftigung! Sparen in der Rezession würgt die Konjunktur ab und belastet die öffentlichen Haushalte noch mehr. – Ein zweites Konjunkturpaket würde den Aufschwung bewirken, und die öffent­liche Haushalte könnten sich mittelfristig konsolidieren, aber ohne drohenden Konjunk­tureinbruch und hoher Arbeitslosigkeit.

Die Gemeinden stehen vor einer Krise, und diese Krise können sie nur bewältigen, wenn nicht allgemein höhere Steuern eingeführt werden, sondern auch Einsparungen getrof­fen werden. Diesbezüglich hat es schon sehr viele Vorschläge gegeben, und daran wird auch in den Gemeinden ständig gearbeitet, aber die Pflicht- und Fixausgaben der Ge­meinden betragen oft schon mehr als 90 Prozent, sodass nur sehr wenig übrig bleibt, wo man einsparen kann.

Aber zurück zur Wirtschaft: Österreichs Gemeinden investieren im Jahr mehr als 2 Mil­liarden € und sind damit zusammen der größte öffentliche Investor. In den Jahren 2003


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