reduzierte. In Österreich werden aber statistisch gesehen auch deutlich mehr Personen in Akut-Spitäler eingeliefert als im EU-Durchschnitt.
Auch Zahlen wie zum Beispiel, dass 50 Spitäler weniger als 200 Betten oder 81 Spitäler weniger als 300 Betten haben, helfen in solchen Diskussionen nicht wirklich. Viel wichtiger ist es, den Blick auf den gesamten Gesundheitsbereich zu richten und gemeinsam – Bund und Länder – einheitliche Gesundheitsziele zu definieren und zu vereinbaren, denn insgesamt geht der Trend bisher je nach Bundesland mehr oder weniger einsam und allein in Richtung Abbau von Akutbetten und Effizienzsteigerung im stationären Bereich.
Dennoch stiegen die Ausgaben für die stationäre Versorgung in Spitälern von 1998 bis 2008 um 57,3 Prozent auf 11,8 Milliarden €, ebenso explodierten die Medikamentenkosten um 82,1 Prozent. Gleichzeitig steigen auch die Pflegekosten stark an und werden sich bis 2030 auf voraussichtlich 8,5 Milliarden € mehr als verdoppeln.
Allein anhand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass wir zukünftig auch übersichtliche Finanzierungsstrukturen brauchen, die eine sinnvolle Planung des Gesundheitswesens über alle Bereiche hinweg ermöglichen. Verwaltungsreform im Gesundheitsbereich muss also heißen: Effizienzsteigerung in der Struktur und gleichzeitig Weiterentwicklung des Gesundheitssystems am Bedarf der Patienten und Patientinnen mit bundesweit einheitlichen Zieldefinitionen.
Ich glaube, das Hauptaugenmerk muss auf diesen einheitlichen Zieldefinitionen liegen, denn gerade von den Finanzierungsstrukturen hängt es ab, dass wir mit diesem System in Zukunft effizient umgehen und uns dieses auch noch leisten können. Das bedeutet auch Sicherung der Qualität im Spitalsbereich und Ausbau des niedergelassenen Bereichs zur optimalen und effizienten Gesundheitsversorgung. Daher gilt es, auch die Prävention und die Gesundheitsförderung zu stärken, die Integration von ambulanter und stationärer Versorgung voranzutreiben sowie ein besser abgestimmtes Planungs- und Steuerungsmodell zwischen Bund, Ländern und Krankenversicherungen zu entwickeln.
Wer aber glaubt, dass wir im Gesundheitsbereich zukünftig mit weniger Geld als bisher auskommen werden, der irrt. Wir brauchen für den Gesundheits- und Pflegebereich eine Sozialmilliarde, um Zukunftsinvestitionen tätigen zu können, die Arbeitsplätze schaffen und auch die Wirtschaft beleben.
Ich habe bereits erwähnt, dass jeder vierte künftige Arbeitsplatz im Gesundheitsbereich geschaffen werden wird und geschaffen werden kann. Wir brauchen aber auch neue Berufsfelder mit Mehrfachqualifikationen, um beste Voraussetzungen zu schaffen. Ich glaube, wir müssen großes Augenmerk darauf legen, dass solche Mehrfachqualifikationen in verschiedenen Berufsfeldern tatsächlich ermöglicht und die Voraussetzungen dafür gezielt und bestmöglich geschaffen werden.
Wir müssen aber auch, um all das bewältigen zu können, die Menschen, die in diesem System beschäftigt sind, schützen. Wir brauchen Arbeitszeiten, die den anstrengenden Berufsfeldern im Gesundheitsbereich Rechnung tragen und nicht dazu führen, dass die Versorgung der Patienten und Patientinnen durch Stress, Übermüdung oder Burnout der im Gesundheitsbereich Beschäftigten leidet.
Es muss für die im Gesundheitsbereich Beschäftigten aber auch eine entsprechende Entlohnung und Anerkennung geben, vor allem auch im Hinblick darauf, dass sich aufgrund der demografischen Entwicklung im Gesundheitsbereich in Zukunft ein abrupter Arbeitskräftebedarf ergeben wird. Daher brauchen wir auch eine bessere Ausbildung, um die Berufsbilder im Gesundheitsbereich insgesamt attraktiver zu machen und gleichzeitig die Qualität zu steigern.
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