BundesratStenographisches Protokoll789. Sitzung / Seite 59

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Ein weiterer Punkt: Ich bin Atlantiker. Was heißt das? – Von meiner Warte aus gese­hen, dass die Demokratien schlicht zusammenhalten müssen, denn die echten Demo­kratien sind eine Minderheit, und daher kann nur im Zusammenwirken in einer globalen Welt Fortschritt erzielt werden.

Als Letztes möchte ich in diesem Zusammenhang etwas sagen, das mich sehr gefreut hat: dass damals Harald Himmer seine Funktion im Europarat zurückgelegt hat und ich die Gelegenheit bekommen habe, dorthin entsandt zu werden.

Das ist eine sehr schöne Zeit dort, ich fahre immer gerne nach Straßburg, auch zu di­versen Ausschusssitzungen, weil ich dort den Eindruck gewinne, dass etwas weiter­geht und dass auch das geschieht, was ich vorhin gesagt habe, nämlich, dass die De­mokratien zusammenhalten müssen, und weil ich die Erkenntnis gewonnen habe, dass es bei den 47 Mitgliedstaaten, die der Europarat hat, schon auch Abstufungen im de­mokratischen, rechtsstaatlichen Verhalten gibt.

Ich war hier auch Ordner meiner Fraktion, und in diesem Zusammenhang möchte ich mich bei meiner Fraktion und auch bei allen anderen herzlich dafür bedanken, dass es mir leichtgemacht worden ist, die entsprechenden Abstimmungsquoren sicherzustellen, damit der Gesetzeslauf, wenn man es so sagen kann, abgewickelt werden konnte.

Gerne war ich auch im EU-Ausschuss. Auch an dieser Stelle möchte ich mich bei dir, Georg, für die Leitung dieses Ausschusses bedanken – Gottfried, der heute verhindert ist, hier an der Sitzung teilzunehmen, werde ich es dann auch sagen – und dir sagen: Es war immer eine schöne Zeit dort!

Nun noch an alle hier, egal, welcher Fraktion sie angehören, ein Appell – auch wenn die Lampe hier beim Rednerpult schon blinkt, doch ich meine, man wird es mir heute gestatten, die Zeit zu überschreiten, aber man wird sehen, vielleicht geht es sich ja oh­nehin aus –: Wir müssen bezüglich der Staatsschulden etwas tun!

Meine Damen und Herren, es geht nicht an, dass man sagt: Na, nächstes Jahr fangen wir damit an! Wir müssen jetzt beginnen, denn aufgrund der demographischen Ent­wicklung haben wir sonst irgendwann ein fürchterliches Problem.

Und wenn immer wieder von manchen Leuten in Österreich gesagt wird, dass, wenn die Wirtschaft wächst, aufgrund des hohen Wachstums die Schulden zurückgezahlt wer­den können, dann muss ich sagen: Das mag schon stimmen, aber es ist bestenfalls die halbe Wahrheit, denn es gibt nun einmal in der Nationalökonomie nicht das permanent steigende Wachstum – das gibt es nicht! –, sondern es ist immer eine Wellenbewegung.

Auch der bedeutende britische Ökonom John Maynard Keynes, der immer wieder zi­tiert wird, hat gesagt: In guten Zeiten sparen und in schlechten Zeiten Geld ausgeben!

Aber wir denken immer nur ans Geldausgeben. Daher bitte meinen Appell mitzuneh­men: Wir müssen dieses Problem jetzt angehen und dürfen es nicht auf später ver­schieben!

Folgendes sage ich auch ganz offen, auch wenn das manche nicht gerne hören: Es wird uns nichts anderes übrigbleiben, als länger zu arbeiten! Es mag schon sein, dass ich bereits mit 55 darüber nachdenke, wie ich meine Pension gestalten werde, aber das geht nicht. Und die Gründe, warum das notwendig sein wird, sind uns ja allen klar.

Aber auch etwas Beruhigendes zum länger Arbeiten – ich habe das gestern im EU-Ausschuss schon kurz erwähnt –: Es gibt eine Studie, die besagt: Wer länger arbeitet, der lebt auch länger! Und das ist doch immerhin eine schöne Perspektive, die man hat: wenn man gerne länger leben möchte, dass man dann auch länger arbeitet! (Heiterkeit.)

Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen! Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Zeit im Bundesrat war für mich prägend und in jeder Richtung bereichernd. Da-


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