BundesratStenographisches Protokoll793. Sitzung / Seite 79

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die Zahlen jener Bauern, die um 150 000 € einen Traktor in der Scheune haben und vor dem Haus drei Mercedes? Oder sprechen wir hier von Durchschnittsbauern, die einen täglichen Überlebenskampf zu führen haben?

Für eine Durchschnittspension müssen die Bauern also ein Leben lang hart arbeiten, aber ein Asylant oder ein Bezieher der Mindestsicherung bekommt für eine Null-Leis­tung wesentlich mehr! (Zwischenrufe bei den Grünen.) Die Bauern und damit auch de­ren Familien werden offensichtlich von der Politik vergessen. Veraltete Gesetze und neue EU-Richtlinien sorgen dafür, dass die Bauern weiter untergehen werden. Die Po­litik muss daher dafür sorgen, dass unsere Bauern nach einem langen, schweren Le­ben voller Arbeit auch den Ruhestand genießen können. Es darf nicht so weit kommen, dass Bauern, nur um ihre Zwangsumlagen bezahlen zu können, Grund und Boden ver­kaufen müssen!

Die Bauern haben Probleme, die Zwangsumlagen zu bezahlen, und die Wirtschafts­kammer hat Probleme, zu entscheiden, welches Dienstauto angeschafft werden soll: eines um 80 000 € oder eines um 135 000 €. Eine schnelle und zumindest kleine Hilfe wäre eine sofortige Befreiung aller Bauern von der Zwangsumlage.

Dieser Grüne Bericht liest sich leider tatsächlich wie ein Untergangsszenario des Bau­ernstandes. Der Agrarsektor, die Land- und Forstwirtschaft verringerte sich im Ergeb­nis um 11,5 Prozent auf rund 7,4 Milliarden €. Landwirtschaftliche Tätigkeit erfordert in vielen Betrieben mehrfache Nebentätigkeiten der Bauern, die mit der Land- und Forst­wirtschaft nichts zu tun haben. Viele Bauern sind gezwungen, anderwärts einer zweiten Beschäftigung nachzugehen, um ihre Familien zu erhalten. Die Situation der Bauern, egal ob Mischbauer, Waldbauer, Milchbauer, Biobauer, wird immer schlechter. Die Po­litik ist nicht willig, Voraussetzungen zu schaffen, damit der Bauer auch eine Zukunft hat.

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, den Bauern zu helfen. Ich darf nur in Erinnerung brin­gen: Umstellung auf erneuerbare Energie unter Einbindung der Landwirtschaft wäre zum Beispiel ein Vorschlag.

Die Landwirtschaft steht zurzeit, wie auch dieser Grüne Bericht anhand der Darstellung der Einkommen belegt, vor großen Herausforderungen. Billigkonkurrenz, globales Be­völkerungswachstum, Klimawandel, starke Preisschwankungen, Wirtschaftskrise – die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Die Bauern brauchen in Zukunft wieder Perspekti­ven.

Unser Wasser ist Leben, unser Wasser ist Wirtschaft. Grundlegendes Ziel ist der Schutz und die nachhaltige Nutzung von Wasservorkommen und Gewässern. Das gilt auch für die Luft. Zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Ökosysteme sind Grenz­werte bei Schadstoffen, Emissionshöchstmengen einzuhalten. Und was unsere Böden anlangt: Der Nachhaltigkeitsstrategie gemäß ist die Funktionsfähigkeit und Verfügbar­keit der Böden in qualitativer Hinsicht dauerhaft zu sichern.

Meine Damen und Herren, reden wir kurz über einen politischen Saustall. Der Wasser­leitungsverband Nördliches Burgenland und die Stadtgemeinden Neufeld und Matters­burg haben wegen der Grundwassergefährdung große Bedenken gegen einen geneh­migten Schweinemassenzuchtbetrieb in Lichtenwörth, Niederösterreich.

Im Grenzraum zum Burgenland wurde in der Katastralgemeinde Lichtenwörth zu einem bestehenden Schweinemastbetrieb mit 1 990 Mastplätzen ein weiterer Standort in un­mittelbarer Nähe – zirka 300 Meter entfernt – mit weiteren 2 490 Mastplätzen durch das Amt der Niederösterreichischen Landesregierung genehmigt. Dieser Standort liegt im Nahbereich des Grundwasserschutzgebiets mit mehreren Brunnenanlagen Richtung Neufeld. Das gefasste Brunnenwasser wird in das öffentliche Trinkwasserversorgungs­netz des Wasserleitungsverbandes Nördliches Burgenland eingespeist. Von dieser Was­serversorgung sind 65 Mitglieder und zirka 150 000 Personen abhängig.

 


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