BundesratStenographisches Protokoll795. Sitzung / Seite 23

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Neben einer flächendeckenden Ausweitung des Studiencheckers werden auch Qualitätskriterien für anerkannte Studienwahlberatungen definiert. Kollegin Claudia Schmied und ich arbeiten gerade daran, eine entsprechende Verordnung auszuar­beiten, um damit sicherzustellen, dass nicht irgendeine Studienwahlberatung flächen­deckend etabliert wird, sondern eine qualitativ hochwertige Studienwahlberatung flächendeckend etabliert ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Bundesräten der SPÖ.)

Unser gemeinsames Ziel ist es dabei, die Studienwerber und Studienwerberinnen so zu informieren, dass wir künftig nicht mehr die bekannten Zahlen hören, dass sich rund 60 Prozent der Studienanfänger für nur 10 Prozent der Studienfächer entscheiden. Davon müssen wir wegkommen!

Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ein ganz anderes Bild ergibt sich, wenn wir den Bereich der Fachhochschulen betrachten. Dieser vergleichsweise erst sehr junge Tertiärbereich ist eine echte Erfolgsgeschichte in der österreichischen Hochschul­landschaft und ist natürlich gerade aus Sicht der Bundesländer von großer Bedeu­tung – darauf hat auch Herr Bundesrat Saller bereits hingewiesen. Als regionale, nationale und auch internationale Innovationstreiber sind sie einfach eine wichtige Schnittstelle zwischen der Wissenschaft und den lokal und global agierenden Unter­nehmen, die sehr gerne auf die Experten und Expertinnen der Fachhochschulen und deren Absolventinnen und Absolventen zurückgreifen.

Mit aktuell zirka 38 000 Studierenden zeichnet sich der Fachhochschulbereich durch einige nun folgende Maßnahmen ganz besonders aus, nämlich durch eine Studien­platzfinanzierung mit Studiengebühren, die je nach Entscheidung des Erhalters eingehoben werden, durch objektive Aufnahmeverfahren und Eignungstests zu Stu­dien­beginn und durch ein sehr praxisnahes Hochschulstudium in enger Abstimmung mit der Wirtschaft.

Nach Monaten der notwendigen Konsolidierung freut es mich, dass wir nunmehr wieder einen moderaten quantitativen Ausbau des Fachhochschulbereichs vornehmen können. Ich werde einen Teil der 80-Millionen-€-Offensivmittel, die ich bei den Budgetverhandlungen in Loipersdorf für die Hochschulen ausverhandelt habe, auch für den Ausbau der Fachhochschulen verwenden.

So werden wir bereits ab dem kommenden Wintersemester damit beginnen, zusätz­liche Studienplätze zu finanzieren, und im Vollausbau wird es dann rund 1 300 zusätzliche Studienplätze geben. Somit können die Fachhochschulen die dringend benötigten Fachkräfte rasch und praxisnah ausbilden, andererseits werden dadurch natürlich die Universitäten etwas entlastet.

Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir dürfen aber natürlich auch nicht verges­sen, die Rahmenbedingungen im Bereich der Forschung zu verbessern. Auch das muss uns ein zentrales Anliegen sein. Herr Bundesrat Saller hat bereits darauf hinge­wiesen, dass die Bundesregierung am 8. März 2011 die erste FTI-Strategie des Bundes verabschiedet hat. Für mein Ressort finden sich darin folgende wesentliche Aussagen:

Erstens geht es um eine Stärkung der Grundlagenforschung, denn die Grundlagen­forschung ist eine der Treiberinnen für Innovation und wird noch stärker als zentrale Aufgabe der staatlichen Forschungsförderung positioniert. Zweitens sind starke Hochschulen ein zentraler Faktor im internationalen Standortwettbewerb. Daher ist für mich die Stärkung der Hochschulen und der Forschungseinrichtungen zum Beispiel durch die Entwicklung eines österreichischen Hochschulplans von ganz besonderer Bedeutung. Und drittens müssen wir neben Forschung und Lehre auch die Innovation, also den Wissens‑ und Technologietransfer aus den Hochschulen in die Wirtschaft, als


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