BundesratStenographisches Protokoll795. Sitzung / Seite 24

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von mir oft zitierte dritte Säule an den Universitäten etablieren. Wir brauchen neben Forschung und Lehre auch Innovation als dritte Säule an unseren Hochschulen.

Die FTI‑Strategie des Bundes sieht zur Stärkung der Innovationsfähigkeit heimischer Hochschulen die Einführung von Wissenstransferzentren vor. In den laufenden Leistungsvereinbarungen wird die Einführung derartiger Maßnahmen auch ein ganz zentraler Punkt sein.

Die Kooperation ist schließlich ein weiterer wesentlicher Punkt in dieser Forschungs­strategie. Es ist wichtig, dass alle Einrichtungen im nationalen Innovationsprozess noch stärker als bisher aufeinander zugehen, weil am Ende des Tages nur so Wachstum und Aufschwung erzielt werden können.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf das IST Austria hinweisen. Das IST Austria hat sich wirklich sehr gut in das nationale Wissenschaftssystem eingelebt. Daher muss ich die Kritik von Herrn Bundesrat Pisec entschieden zurückweisen: Das IST Austria gehört mittlerweile zu den ganz wenigen europäischen Erfolgsbeispielen, wie man Grundlagenforschung ganz gezielt fördern kann.

Es gab erst kürzlich einen ersten Evaluierungsbericht zum IST Austria. Herr Bundesrat! Sie haben auf die Bedeutung der Nobelpreisträger hingewiesen, und in diesem Evaluierungskomitee saßen auch zwei Nobelpreisträger, neben Direktoren von Max-Planck‑Instituten et cetera. Dieses Evaluierungskomitee ist zum Ergebnis gekommen, dass das IST Austria eine großartige Einrichtung ist. Viele aus diesem Evaluierungs­board haben gesagt, sie hätten es Österreich gar nicht zugetraut, dass wir es schaffen, ein solch großartiges Grundlagenforschungsinstitut zu errichten und zu etablieren. – Man kann daher wirklich nur sagen: Hut ab vor dem, was dort geleistet wird!

Sie haben auch darauf hingewiesen, dass es besser gewesen wäre, öffentliche Universitäten zu fördern. – Dazu muss man sagen: Das IST Austria ist keine öffentliche Universität, aber es ist auch keine Elite-Universität, wie es oft genannt wird. Das IST Austria ist eine Exzellenzforschungseinrichtung, und eine solche ist es tatsächlich. Die Leistungen dort sind exzellent! Ich möchte Sie wirklich herzlich einladen, sich vor Ort davon zu überzeugen, was dort geschieht! Es wurden Top-Professorinnen und ‑Professoren dorthin berufen, es ist gelungen, wahnsinnig viele Projekte einzuwerben und auch viele ERC-Grants auf europäischer Ebene einzuwerben.

Die aktuelle Evaluierung hat tatsächlich gezeigt, dass die Entscheidung, ein solches Spitzenforschungsinstitut in Österreich zu gründen, richtig war und auch zu einer massiven Stärkung des Standortes geführt hat. Ich kann Ihnen versichern, dass Professor Henzinger ein Garant dafür ist, dass jeder öffentliche Euro gut und nach­haltig investiert ist. Professor Henzinger, Präsident des IST Austria, ist selbst ein sehr renommierter Computerwissenschafter, und ich selbst konnte erst kürzlich den Startschuss für ein wirklich spannendes Forschungsnetzwerk im Bereich der Compu­terwissenschaften geben, an dem einerseits das IST Austria, aber auch vier Univer­sitäten, nämlich die Universität Salzburg, die Universität Linz, die TU Wien und die TU Graz beteiligt sind. – Daran sehen Sie, dass das IST Austria auch sehr gut mit Universitäten zusammenarbeitet und das auch einen Mehrwert für die Universitäten bedeutet.

Dieses Forschungsnetzwerk im Bereich der Computerwissenschaften plant, auf die­sem Gebiet Weltgeltung zu erlangen. Dazu wurden auch Spitzenforscher aus Berkeley, Lausanne, München und Zürich nach Österreich geholt, wie zum Beispiel der Computerwissenschafter Helmut Veith, der an die TU Wien berufen werden konnte. Hier haben die österreichischen Bemühungen tatsächlich einen Vorsprung gegenüber den europäischen Mitbewerbern, und auch das zeigt wiederum, wie wichtig Koope­ration bei Wissenschaft und Forschung ist.

 


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