Warum ist das so wichtig? – Es ist deshalb wichtig, weil 50 Prozent derjenigen, die als Jugendliche arbeitslos sind, keine Ausbildung haben. 50 Prozent – das sind derzeit in Zahlen 19 800 Köpfe –, die arbeitslos sind, haben keine Ausbildung, null, die haben nur die Pflichtschule. Ich möchte, dass diejenigen etwas weitermachen, und Ausbildungspflicht heißt auch für uns als Gesellschaft, dass der Betreffende dann ein Recht hat auf eine Ausbildung.
Das heißt auch, dass ich ihm was anbieten muss, wo er etwas tun kann. (Bundesrat Brückl: Wo?) Ja, das muss ich anbieten, daher erarbeiten wir ja dieses Thema. (Bundesrat Brückl: Wo soll er was tun?) Wo soll er was tun? – Wenn es geht, in Betrieben, in Lehrwerkstätten. Ich habe heute schon 121 000 Lehrverträge in Betrieben. Es ist ja nicht so, dass da nichts geschieht! Wir haben rund 130 000, 131 000 Lehrlinge, davon haben wir 10 000 in überbetrieblichen Ausbildungen, 121 000 bis 122 000 haben wir in normalen betrieblichen Ausbildungen. Da müssen wir weiterarbeiten. Mir geht es ja bei diesem Thema darum, dass man jungen Menschen sagt: Du bist 15, 16, bitte tu etwas weiter!, denn all diejenigen, die mit 15, 16 beschließen: Meine Ausbildung ist beendet!, habe ich mit 20 in der Arbeitslosigkeit und mit 25 am Sozialamt. Und das kann es nicht sein, und darum geht es mir! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Ich weiß, dass das natürlich nicht einfach ist. (Es betritt gerade eine Reihe von jungen Menschen den Sitzungssaal.) – Durch einen Zufall des Lebens – ich habe das nicht inszeniert (Heiterkeit) – kommen gerade unheimlich viele junge Leute herein, die aber alle irgendwo in Ausbildung sind, sonst wären sie nicht da.
Mir ist vollkommen klar, dass natürlich nicht die Kids alleine diejenigen sind, die jetzt beschließen: Ich mache nichts mehr! Da gibt es ein Elternhaus, da gibt es eine soziale Umgebung, und es ist klar, dass wir Jugendliche darunter haben, die wir ganz speziell bei der Hand nehmen müssen. Deshalb haben wir ja diese Produktionsschulen entwickelt – in Oberösterreich heißt es Job Factory, in Wien heißt es Jugendwerkstatt, in Niederösterreich heißen sie Produktionsschulen. Es ist immer das Gleiche: Wir müssen Jugendliche teilweise bei der Hand nehmen, und wir haben derzeit 2 000 in solchen Job Factories, und denen müssen wir in den ersten drei Wochen eben beibringen, sieben Uhr früh ist sieben Uhr früh. What shalls? Es ist so! (Bundesrätin Mühlwerth: Aber leider zu spät!) Ja, Frau Mühlwerth, „zu spät“! (Ruf bei der ÖVP: Es ist nie zu spät!) Erstens einmal ist Lernen nie zu spät. Nehmen Sie doch auch einmal eine Änderung Ihrer Politik vor! Sie hauen immer nur hin: Der Migrationshintergrund, bum, bum, bum! Ändern Sie Ihre Politik und sagen Sie: Es ist so, wie es ist, aber wir geben noch zwei Lehrer dazu! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Bundesrätin Mühlwerth: Ihr könntet auch einmal eure Politik ändern und es in der Schule ein bisschen besser machen!)
Ja, da sind wir ja dabei! Entschuldigen Sie, wir haben gemeinsam das fünfte Jahr Kindergarten verpflichtend zustande gebracht, eine erste Eingangsstufe. Und es haben ganz gute, konstruktive Verhandlungen begonnen bezüglich Lehrerdienstrecht und, und, und. Das wird auch der Wechsel in der ÖVP nicht aufhalten, denn der ausscheidende Parteivorsitzende ist voll dahintergestanden und auch der neue steht hier voll dahinter. Da wird sich nichts ändern, das ist ein ganz reibungsloser Umstieg, der eben gesundheitlich bedingt ist. Es ist leider so.
Wir müssen den jungen Menschen sagen – und darum bin ich so auf diesem Thema drauf –: Du hast Chancen! Wir müssen diese Chancen zur Verfügung stellen, wir müssen das Angebot zur Verfügung stellen, und wir müssen schauen, dass das auch geht. Denn eines – und dann komme ich schon zum Schluss – möchte ich hier schon auch sagen: Es kommt nicht von ungefähr, dass diejenigen, die am höchsten qualifiziert sind, die niedrigste Arbeitslosigkeit haben, und wir wissen, dass viele, die
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