der Schweiz sind es 90 €, in Ungarn, konnte ich den Unterlagen entnehmen, sind es nur 40 €. Welche Umsatzerlöse werden damit erzielt? – Es sind rund 230 Millionen € pro Jahr, eben 73 Prozent als Streckengebühren, 17 Prozent als An- und Abfluggebühren und 10 Prozent in sonstigen Einnahmenbereichen.
Die Zuständigkeitsbereiche von Austro Control gliedern sich in zwei Unternehmensbereiche: in den Bereich Air Navigation Service mit vorwiegend operativen Aufgaben und in den Bereich der behördlichen Agentur als Luftfahrtagentur.
Das Air Traffic Management ist sowohl für die operative Verkehrssteuerung als auch für die Planung von Verfahren und Kapazitäten zuständig. Rund 300 Fluglotsen der Austro Control sorgen für den sicheren Ablauf des Flugverkehrs über Österreich beziehungsweise in allen österreichischen Flughäfen.
Die Abteilung AES betreibt und wartet mit rund 200 Flugsicherungsingenieuren und -technikern auch sämtliche Flugsicherungsanlagen in Österreich wie beispielsweise Funk- und Navigationsanlagen, Datenübermittlungssysteme, Radarstationen wie am Buschberg, Feichtberg und auf der Koralpe. – Nun, das waren die Fakten.
Dazu gibt es aber trotzdem auch eine Anmerkung. Es hat eine Diskussion rund um die vorgegebenen Leistungsziele im Rahmen von Single European Sky gegeben. Da ist Österreich im internationalen Vergleich sehr gut unterwegs, hört man vonseiten der Austro Control.
Auf der anderen Seite gibt es die Diskussion, ob Musterschüler oder durchgefallen. Warum durchgefallen? – Vor allem gehört Österreich laut dem Bericht zu fünf von 28 Mitgliedsländern, bei denen im evaluierten Bereich für Kosteneffizienz und Kapazität vonseiten der EU ein „Nicht genügend“ erstellt wurde. Ebenfalls komplett durchgefallen sind – wir befinden uns da also im prominenten Kreis – Deutschland, Spanien, Frankreich und das Vereinigte Königreich.
Vonseiten der EU wird das Jahr 2012 als das Entscheidungsjahr für einen einheitlichen europäischen Luftraum gesehen, denn trotz der bisherigen Anstrengungen gehe aus der Ampelbewertung der Kommission hervor, dass die große Mehrheit der Mitgliedstaaten im orange-/rotfarbenen Bereich liegt, also die kritischen Ziele verfehlt hat.
Die Austro Control sieht das eigene schlechte Abschneiden relativ gelassen. Eine erste Analyse der nationalen Performance-Pläne zeigt, dass der österreichische Plan mit einer durchschnittlichen jährlichen Reduzierung der Unit Rate von 2,8 Prozent Verspätung pro Flug einen sehr guten Verlauf nimmt.
Positiv zu erwähnen ist auch die Pünktlichkeitsvorgabe. Hier ist Österreich unter den fünf besten Flugsicherungen in Europa zu finden.
Aufgrund der Einführung eines völlig neuen Flugsicherungssystems werde die Austro Control während der Umstellungs- und Trainingsphase Kapazitätseinschränkungen in Kauf nehmen müssen, heißt es, die eine Erreichung der europäischen Kapazitätszielvorgabe nicht sofort möglich machen.
Die EU geht in ihrem aktuellen Bericht ebenfalls durchaus hart mit der heimischen Flugsicherung ins Gericht und zeigt aktuellen Handlungsbedarf auf. Für manche ist es unverständlich, dass es heißt, man wird auch dieses Ziel in den nächsten Jahren erreichen.
Mein Appell an Sie, Frau Bundesminister: Sie werden das sicher in die Hand nehmen und darauf achten, dass wir zeitgerecht auch diese europäischen Standards erreichen, damit wir auch in der Flugsicherung zu den Besten in Europa zählen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Bundesräten der SPÖ.)
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