BundesratStenographisches Protokoll808. Sitzung / Seite 118

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tolles Medienstudium einrichten. Wir haben uns nicht getraut, es einzurichten, weil wir Angst haben mussten vor seiner Attraktivität!

Warum mussten wir Angst haben vor seiner Attraktivität? – Weil wir keine Möglichkeit hätten, in irgendeiner Weise die Studierenden in diesem neuen Studium, das wir ein­richten wollten, zu regulieren und auf ein Maß zu beschränken, das wir einfach schaf­fen. Wenn da 3 000 gekommen wären und wir hätten drei oder vier Professoren ge­habt, hätten wir katastrophale Betreuungsverhältnisse gehabt, wir hätten keine Räume gehabt. Diese Räume und diese Professoren kann man auch nicht von heute auf mor­gen herbeizaubern. Eine Berufung kann zwei Jahre dauern. Es geht nicht.

Das heißt, man muss den Universitäten das Instrument einer Zugangsregelung in die Hand geben. Dann können die Universitäten – und sie sollen das tun und sie wollen das ja auch tun – attraktive Studien machen. Aber wenn sie Angst haben müssen, bei einem attraktiven Studium von Studierenden überrannt zu werden und sie nicht gut betreuen zu können und dann nur in jeder Hinsicht unbefriedigende Zustände zu ha­ben, dann müssen sie hier entsprechende Maßnahmen setzen.

Wobei ich dazusage, die Internationale Entwicklung ist eine Spezialsache. Ich habe mit Rektor Engl mehrmals darüber geredet, und er hat mir gesagt, es ist viel klüger und schlüssiger im ganzen Studiensystem, ein Masterstudium Internationale Entwicklung zu machen und mehrere Bachelorstudien darauf hinführen zu lassen. – Das wird jetzt gemacht. Also man kann in Wien weiter Internationale Entwicklung studieren. Alle, die jetzt das Bachelorstudium machen, können es fertigmachen. Und wenn das jemand in Zukunft studieren will, muss er einen anderen Bachelor machen und kann dann in das Masterstudium gehen. Das ist eine interne Entscheidung der Universität Wien, die nicht in erster Linie aus Geldmangel, sondern aus Gründen einer aus der Sicht dieser Uni­versität vernünftigen Studienstruktur so gefällt wurde.

Aber ich richte auch an dieses Gremium den Appell: Helfen Sie mir bitte und sehen Sie doch ein, wir brauchen Zugangsregelungen, damit wir den Universitäten erlauben kön­nen, ja sie ermutigen können, das zu tun, was sie tun wollen, nämlich attraktiv sein und tolle Studien – ganz abseits von der Ökonomie, nur nach dem Interesse der Studie­renden und nach dem Bedarf und den Relationen des Wissenserwerbs und Erkennt­nisgewinnes – anbieten. – So viel zu Ihrem Appell als Antwort.

Jetzt aber zu den heute anstehenden Beschlüssen. Ich bedanke mich sehr für die An­erkennung, die ich hier erfahre, und freue mich darüber. Ja, es ist richtig, wir hatten im vorigen Jahr ein Anmeldesystem, das nicht funktioniert hat. Das war auch vorherseh­bar. Wir haben das jetzt saniert, und wir haben es in einer Weise getan, die, glaube ich, beispielgebend sein kann, indem wir uns mit den Betroffenen – mit der Hochschü­lerInnenschaft, mit der Uniko – an einen Tisch gesetzt haben und gemeinsam eine neue Lösung erarbeitet haben.

Die Lösung ist bekannt: Die Inskriptionsfrist wird vorverlegt. Damit hat man für die Uni­versitäten eine viel bessere Planbarkeit. Und auch das kommt allen zugute: Es kommt den Lehrenden zugute – Sie wissen, mit wie vielen Leuten sie in Seminaren und so weiter zu rechnen haben –, es kommt den Studierenden zugute, weil die Universität sich jetzt viel früher – drei Wochen, vier Wochen vor Beginn der eigentlichen Studien – entsprechend auf die Anzahl der zu erwartenden Studierenden einstellen kann. Das ist also ein ganz großer Gewinn, und ich bin froh darüber, dass wir das alle gemeinsam jetzt so geschafft haben und auch beschließen können.

Auch der zweite Beschluss, die Verkürzung der Nostrifizierungsfrist, ist mit den Uni­versitäten abgesprochen. Sie haben jetzt nur mehr drei Monate und nicht mehr sechs Monate Zeit dazu. Das bringt ausländische Arbeitskräfte aus Drittstaaten – nur für die ist das ja relevant – schneller in den österreichischen Arbeitsmarkt, und das sind sehr


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