ambitioniertes Programm. Derzeit braucht man noch extrem hohe Temperaturen, um eine Fusion zu erzielen. Und ob das je anders und energietechnisch interessant wird, das ist die Frage. Man muss allerdings auch sagen, das ist auch ein Grundlagenforschungsprogramm, so wie CERN ein Grundlagenforschungsprogramm ist, das uns sehr, sehr viel Geld kostet, wo wir letztlich auch „nur“ – unter Anführungszeichen – etwas über Elementarteilchen und vielleicht über die Geschichte des Urknalls erfahren, also wo nichts gesellschaftlich oder wirtschaftlich Nützliches herausschaut, mit kleinen Ausnahmen. Wir haben dort einen Strahl entdeckt, der für die Krebsbehandlung günstig ist und der jetzt auch in Österreich im MedAustron erzeugt werden und manchen Krebspatienten helfen wird. Also manchmal fällt auch irgendein Produkt ab, das nützlich ist. Aber das meiste ist Grundlagenforschung. Und so muss man ITER auch sehen, und es ist, wie gesagt, ein weltweites Programm.
Was EURATOM anlangt, habe ich voriges Jahr ja eine Position eingenommen, von der ich nicht abrücke. Wenn es uns wieder gelingt, hier hohe Sicherheitsstandards hineinzureklamieren, was uns voriges Jahr in dieser Zwischenfinanzierung gelungen ist, dann kann ich einfach nicht nach einem solchen Erfolg, wie wir ihn gehabt haben, der ganzen Sache ablehnend oder passiv gegenüberstehen, sondern da muss ich zustimmen. Aber ich werde sehr darauf schauen, auch in Ihrem Sinne, dass das Ganze geschärft wird und scharf bleibt.
In diesen Forderungen sind ja einige enthalten, die sehr konkret diverse Begleitmaßnahmen zeigen müssen, und die müssen erfolgen. Wenn sie nicht erfolgen, dann werde ich meine Zustimmung verweigern. Wenn sie hingegen erfolgen, dann fährt der Zug in die richtige Richtung und dann ist der Fokus in diesem finanziell ja viel, viel kleineren Programm ganz klar auf Sicherheit gestellt.
Ich darf abschließend vielleicht nur noch erwähnen, was die drei großen Punkte von „Horizont 2020“ sind und was darunter besonders interessant für Österreich ist. Das ist einmal wissenschaftliche Exzellenz. Also da ist es ein zentraler Punkt, dass man, wenn man wissenschaftlich international erfolgreich sein will, jetzt mit der Wissenschaft selbst, aber auch mit ihrer Anwendung, exzellent sein muss. Darauf wird besonders Wert gelegt. Und da sind wir in Österreich sehr, sehr gut.
Wir hatten ja gerade vor einigen Tagen die Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft Geoghegan-Quinn bei uns. Sie hat uns sehr gelobt und festgestellt, dass wir zum Beispiel im besten Exzellenzprogramm, das die EU hat, nämlich bei den ERC-Grants, also den Forschungsförderungen des European Research Council, überaus erfolgreich sind. Wir gehören zu den besten Ländern Europas. Es zeigt sich, wie gut die österreichischen Forscher da mithalten können, wie international sie agieren.
Das Zweite ist Innovation und führende Rolle der Industrie. Auch das ist für uns sehr wichtig, vor allem weil es hier auch um eine bessere Risikofinanzierung geht, die in Österreich nicht optimal ist, damit Unternehmensgründungen zum Beispiel finanziell leichter und risikoärmer ablaufen können. Vor allem geht es auch um etwas, wo wir besonders gut und besonders tüchtig sind, das sind die Klein- und Mittelbetriebe. Klein- und Mittelbetriebe sollen in diesem Teilprogramm besonders gefördert werden, und das entspricht der österreichischen Wirtschaftsstruktur sehr, sehr gut.
Die dritte Säule dieses Programms sind große gesellschaftliche Herausforderungen. Auch da gibt es erstens Felder, die uns sehr betreffen – natürlich demographischer Wandel, Gesundheit, aber auch Ernährungs- und Lebensmittelsicherheit, Energieeffizienz, Verkehrsoptimierung, Klimaschutz, aber auch soziale Fragen. Also all das ist da drinnen. In vielen dieser Dinge sind wir in Österreich sowohl in der Forschung als auch in der politischen Entwicklung sehr weit voran. Das heißt, andere können von uns lernen und wir können, wenn wir dieses Programm gut nutzen, da noch besser werden.
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